langes Vatertags-Wochenende in Schernfeld im Mai 2019

 

Das lange Vatertags-Wochenende und das schöne Wetter wurde natürlich sinnvoll genutzt und spontan eine Vatertags-Wanderfahrt geplant.

Treffpunkt war bei Josef am Langhof in Schernfeld, von dort ging es, nachdem alle startbereit waren, zur "Langen Bank", dort erwartete uns bereits ein leckeres Mittagessen, Leberkäs und Kartoffelsalat, unter freiem Himmel, perfekt, was will man mehr. Nach dem Mittagessen ging es zur Besichtigung ins Fossilienmuseum am Harthof, weiter zum Stonebroke Hill im Schwerefelder Forst und wieder zurück zum Langhof.

Der zweite Tag startete wieder am Langhof und ging ins Schönfelder Tal, weiter ins Altmühltal über das Esslinger Tal zurück zum Langhof. Eine wunderschöne Tour.

Tag drei begann am Langhof in Richtung Schwerefelder Forst mit Ziel Gut Lohrmannshof.  Dort bekamen wir eine exklusive und sehr interessante Hofbesichtigung und natürlich eine feste sowie, ganz wichtig, eine flüssige Stärkung.  Zurück über den Raittenbucher Forst ging's wieder zum Langhof.

Der vierte und leider schon letzte Tag endete, der großen Hitze geschuldet, mit einer kleinen aber feinen Runde in Richtung Schönau nach Ochsenhart und wieder zurück nach Schernfeld.

 

Herzlichen Dank an alle, die zu dieser wunderschönen Fahrt beigetragen haben. 

Bis zum nächsten Mal.

 

Bilder zu dieser Tour gibt's hier .....


Vierspännerlehrfahrt nach Schernfeld im Oktober 2018

 

Um für das Vierspänner-Fahrabzeichen gut gewappnet zu sein, wird in Form einer Wanderfahrt nocheinmal kräftig geübt. Dank Mariannes Hilfe kommt noch ein ungeplanter Zweispänner mit Fritz und Pibi zusammen.

 

Tag 1:

Treffen am Samstag um 9 Uhr in der Hoffnung, vor Mittag los zu kommen. Kutschen bepacken, Frühschoppen und noch eine kleine Brotzeit. Der Plan geht knapp auf. Kurz vor 12 Uhr kommen wir dann doch noch los. Der Schweinebraten in Konstein lockt. Hier ist auch das Ziel des ersten Tages: Die Kunzen's in Konstein. Ein Schweinebraten aus dem Holzofen mit Semmelauflauf und Kartoffelsalat sind das Ziel. Der Fahrlehrer ist völlig geschafft :-) 

 

Tag 2:

Unsere Gastgeber Johanna und Josef Eisenschenk in Schernfeld haben alles hervorragend für die Zwei- und Vierbeiner vorbereitet. Abends gab's leckeren Leberkäs und natürlich eine Nachspeise. Nicht zu vergessen die ganzen Tage über üppiges Frühstück, Kaffee und Kuchen.

 

Tag 3:

Der dritte Tag ist hart für die Pferde, da die Strecke sehr lang und bergig ist. Für unsere Fahrer wird es richtig zugig. Aber das süffige Bier bei Fritz Guttmann in Titting entschädigt für alles. Maria und Ludwig genießen mit uns die Ausfahrt. Josef macht den Guide und versorgt die Gespanne mit Getränken.

 

Tag 4:

Heute ist Erholung angesagt, wir fahren nach Preith zu Andrea und Franz-Josef Mayer. Kaffee und Kuchen und eine kleine Brotzeit im kuschelig warmen Esszimmer läßt die Zeit im Flug vergehen. Unsere Vierbeiner warten brav in schweinischer Gesellschaft.

 

Tag 5:

Leider müssen wir wieder mein. Dieses Mal kommen wir wirklich frühzeitig los. Mittags ein kleiner Stop auf dem Rückweg bei Kunzens auf einen frischen Zopf und heiße Getränke, dann geht's weiter in Richtung Marienheim.

 

Ein Dank an Alle:

An die Fahrer: Hans-Jürgen und Martin, Maria und Ludwig, Martine mit Fritz und Ulla mit Pibi

An die Bewirtung: Josef und Johanna, Andrea und Franz-Josef, Fritz Guttmann, Uschi und Hans-Jürgen

An Ursel, der Notfall-Beifahrer und an Rosi

an Hermann, den perfekten Gepäckfahrer und Mädchen für Alles

und natürlich an Marianne, den best ever Fahrlehrer :-)

 

Bilder zur Wanderfahrt sehen Sie hier .....


Mühlviertler Roas 2016

 

Bereits vor vielen Jahren wurden wir bei einem Besuch der Reise- und Freizeitmesse in München auf die Mühlviertler Alm mit ihrem weitläufigen Wanderreitnetz aufmerksam. Damals schon hatte uns relativ unbedarfte Freizeitreiter dieser kompetente Messeauftritt bzgl. der Möglichkeiten zum Wanderreiten und Wanderfahren beeindruckt.

Erst jetzt, Jahre später als begeisterte Fahrer, wurde dieser Traum einer Wanderfahrt auf der Mühlviertler Alm Realität. Unser Verein „Marienheimer Kutscher“ konnte so wiederum eine einwöchige Wanderfahrt, dieses Mal bei unseren österreichischen Nachbarn, ins Programm nehmen.
Die vorausgehende Planung mit intensiven Kartenstudium zur Gestaltung der Route im Abgleich mit den Herbergen lies unsere Wanderfahrt dann Gestalt annehmen. Die persönlichen Gespräche mit den Betreibern der Herbergen im vergangenen Sommer bei einem Vor-ab-Besuch haben unsere Mühlviertler Roas endgültig festgelegt.
Am Montag, den 26.09.2016, war es dann endlich so weit: einpacken, nichts Wichtiges vergessen für 6 Kutschtage, verladen und Fahrt ins Mühlviertel nordwestlich von Linz. Unsere Gruppe mit insgesamt 11 Personen mit 4 Zweispännern machten sich auf den Weg nach Hofing bei Schönau zum Reitpark Gstöttner (www.reitpark-gstoettner.at), einem der Gründerbetriebe des Pferdereichs Mühlviertler Alm. Der im Jahr 1999 neu erbaute Reiterhof, erbaut auf einem Hügel mit Blick nach Süden auf die Ruine Ruttenstein, auf der gegenüberliegenden Hügelkette und das darunterliegende Naarntal, schmiegt sich harmonisch in die typisch mühlviertlerische Landschaft.
Hier wurden wir von Ludwig Kriechbaum und Burgi Öhlinger bereits erwartet und herzlichst empfangen. Nachdem unsere Pferde ihre Boxen bezogen hatten und gut versorgt waren, wartete bereits ein hervorragendes Abendessen in der Gaststube auf unsere 11-köpfige Gruppe. Die nette Gesellschaft um den großen runden Tisch und die herzliche Gastfreundschaft am Gstöttner Hof ließen es nur eine relativ kurze Nacht werden.
Am nächsten Tag, unserem ersten Fahrtag, führte uns der Weg zur Ruine Prandegg. Nach kurzer Abstimmung mit Hausherr Ludwig über die aktuellen Wegeverhältnisse, starteten wir am späten Vormittag. Über Güterwege abwechselnd durch offenes Gelände mit von Wiesen umgebenen Einzelhöfen, teils durch Wald erreichten unsere 4 Zweispänner in knapp 2 Stunden die Ruine Prandegg. Herrschaftlich gelegen auf 730m Höhe mit Anbindeplatz lädt die zu ihren Füßen liegende Taverne zur Rast und Einkehr. Die Pferde getränkt, den Durst der Fahrer und Beifahrer gestillt ging die Rückfahrt vorbei am Herrgottsitz hinunter nach Schönau, um dann den Schlußanstieg mit 80 Höhenmetern hinauf zum Gstöttnerhof zu bewältigen. Am Abend in geselliger Runde bei bereits bekannt guter Bewirtung konnten wir den ersten Tag als gelungenen Einstieg ins Pferdereich der Mühlviertler Alm bezeichnen.

Alle waren nun gespannt auf Tag zwei, an dem es galt eine größere Distanz zu bewältigen mit dem Ziel, dem “Wirt auf da Hoad“ Gottfried Gusenleitner. Bestens instruiert vom Chef des Hauses Ludwig Kriechbaumer gingen wir Mittwoch früh vom Gstöttner Hof aus auf die Tour. Es ging gleich los mit einem fahrerischen Highlight schlechthin, der sehr anspruchsvollen Abfahrt auf Naturbelag steil, mit 15-16% Gefälle hinunter, ins Tal der Naarn. Der Ludwig war der festen Meinung, dass wir dies fahren können, womit er Recht hatte. Alle 4 Gespanne meisterten diese Ouvertüre des Tages souverän, so dass wir anschließend eine Zeit lang der Naarn flussabwärts auf gutem Fahrweg folgten. Der anschließende Aufstieg mit knapp 90 Höhenmeter hinauf, führte uns nördlich vorbei an der Ruine Ruttenstein, die wir noch öfter an diesem Tag aus mehreren Perspektiven sahen. Ab der Scherhäufel Ranch konnten wir dem bezeichneten Reitweg folgen hinauf über den Gruberhof zur, auf einer wunderschönen Anhöhe gelegenen, Moser Alm. Der Hausherr Johann Lummetsberger, genannt “da Lummi“, auch ein aktiver Fahrer, bewirtschaftet hier auf 620 Meter Seehöhe eingebettet zwischen Wiesen und Wald eine Jausensation, die uns Fahrer zur Mittagsrast einlud. Da unser Vereinschef, der Hermann, und der Lummi sofort beim Thema Fahren eine gleiche Wellenlänge fanden, dauerte unsere Rast doch etwas länger als geplant. Nach dem praktischen Austausch der beiden Altprofis auf dem Kutschbock und der richtigen Biegung und Stellung von Lummis Schimmel im Gespann setzten wir unsere Tour, nach der fachmännischen Begutachtung der Erfolge, mit leichter Verzögerung dann am frühen Nachmittag fort. Über gut fahrbare Güterwege, sowohl auf Teer als auch auf Naturbelag gelangten wir östlich auf dem Höhenzug parallel zum Tal der Gr. Naarn auf ausgeschildertem Reitweg nach Königswiesen. Ab hier führte uns der Weg entlang des Schwarzaubaches in moderater Steigung flussaufwärts, bis uns eine Brücke die letzten 100 Höhenmeter bergauf bis nach Haid offenbarte. Hier beim “Wirt auf da Hoad“ (www.wirtaufdahoad.at )wurden unsere 4 Gespanne vom Hausherr Gottfried Gusenleitner persönlich empfangen. Nach dem die Pferde ausgespannt und versorgt waren, stand der Gottfried, ein aktiver Turnierfahrer und Fahrlehrer, mit einem Tablett frisch gezapftem Bier im Hof. Denn nicht nur die Pferde haben Durst und wir wollten den Pferden ja nicht das Wasser wegtrinken, so wie es Constantin Freiherr von Heeremann bei seiner Rede anlässlich der 4-Spänner WM in Riesenbeck dem Publikum mit auf den Weg gab. Ein sehr gutes Abendessen in netter Gesellschaft bei einer ausgezeichneten Wirtsfamilie ließen diesen tollen Tag ausklingen.
Es kam nun der berüchtigte dritte Tag, den wir allerdings ruhiger und damit auch angesichts des bisher sehr anspruchsvollen Geländes überlegt angingen. Unser Wirt empfahl uns eine lockere Ausfahrt ohne große Höhendifferenzen auf einem guten Waldweg mit Naturbelag. Die Route führte von Haid abwärts zur bekannten Brücke, nach der wir uns nach Osten orientierten, vorbei an den “Schweizerhäusern“ nach Altmelon zur “Waldviertler Ranch“ von Josef Spiegel (www.spieglaltmelon.at). Auch hier wiederum waren die angenehme Atmosphäre und die gute Bewirtung die beste Voraussetzung für eine gelungene Mittagspause. Den Pferden bekam der Tag recht gut, so dass auf dem Rückweg angesichts gleichbleibender Höhenlage einige Trabpassagen eingelegt werden konnten. Zurück beim “Wirt auf da Hoad“ wurden, wie bereits praktiziert, erst die Pferde, dann die zweibeinige Mannschaft versorgt. Unser Wirt der Gottfried kredenzte uns ein frisch Gezapftes, das wir in der Abendsonne an der Hauswand sitzend genießen konnten und wiederum einen tollen Tag Revue passieren ließen. Das ist erlebte Gastfreundschaft, hier auf der Mühlviertler Alm. Ja und abends hat uns die Seniorchefin kulinarisch mehr als verwöhnt. Ihr Knödeltrio, bekannt als Spezialität des Hauses, krönte auch unser Abendessen. Übrigens am Folgetag zur Abfahrt mussten wir Ulla aus der Küche losreisen. Ob sie wohl die Knödelrezepte mitnehmen durfte?
Der vierte Tag war wieder gekennzeichnet durch eine lange Etappe wiederum bei bestem Wetter in den Norden der Mühlviertler Alm auf die Hochfläche nach Liebenau. Diese Fahrt entlang der Grenze Oberösterreichs zu Niederösterreich bot ständig wechselnde Eindrücke der Landschaft der Mühlviertler Alm. Das bisher sehr durchschnittene Gelände war einer sanft gewellten Hochfläche gewichen. Offene Landschaft mit ihren Einzelhöfen, oft auf einer Anhöhe, in mitten ihrer Wiesen wechselte mit Waldlandschaften, die ebenfalls von einem gut ausgeschilderten Wegenetz durchzogen werden, die einem auf dem Kutschbock die Zeit einfach vergessen lassen.
Ein kleiner Zwischenfall nach einer seichten Wasserdurchfahrt eines Waldweges in der direkt folgenden Steigung ließ uns dann jedoch schlagartig wieder hell wach werden. Bei unserem rechten Pferd als führendes Gespann brach im Zug bergauf der Zugkrampen des inneren Strangstutzens. Dank der Gelassenheit aller Pferde und der Umsicht meiner Kutscherkollegen konnte der Defekt am eingespannten Pferd unter Zuhilfenahme von starken Pressbändern und Panzerklebeband sofort behoben werden und die Fahrt wieder fortgesetzt werden. Es gab zu dieser Sofortmaßnahme auch keine Alternative, da alle 4 Gespanne sich bereits in der Steigung auf dem Schotterweg im Wald befanden. Diese Situation zeigt, dass es sehr wichtig ist, für solche Fälle gut gerüstet zu sein. Also gut ausgebildete und gelassene Pferde vor dem Wagen und damit korrespondierende Eigenschaften der Fahrer und Beifahrer. Durch nahezu nichts zu ersetzen ist das Allround-Material Pressband von Quaderballen, mit dem man sich bei gerissenen oder abgebrochenen Geschirrteilen in der Regel helfen kann.
Unsere Route führte uns immer nach Norden ausgerichtet von Haid über Glashüttenkreuz zum Rubner Teich, einer Pferderast. Weiter ging es durch den weitläufigen Rubner Wald westlich des Schöpfelberges zur Tabormühle, einer Sägemühle, bevor die letzten Steigungen am Hacklberg uns auf die Straße nach Liebenau brachten.
Unser Ziel des heutigen Tages, den Ferienhof Esterhammer (www.espi-stables.at), auf der Schanz in Liebenau erreichten wir am Nachmittag. Helma und Franz Esterhammer widmen sich hier seit mehr als 20 Jahren, auf ihrem Urlaub am Bauernhof – Betrieb, der artgerechter Pferdezucht und Haltung, sowie der Ausbildung von Westernpferden, auf dem Dach der Mühlviertler Alm auf 1000 Meter Seehöhe. Auch der Esterhammer-Hof verwöhnte unsere Pferde mit jeweils eigener Box, so dass sie in Ruhe fressen und die Nachtruhe genießen konnten. Für uns Zweibeiner wurde dann, wie man in Bayern sagt, auf d’Nacht eigens aufgekocht, so dass wir es uns der eingeheizten Stube schmecken ließen.
Ja und unsere Truppe bekam noch Zuwachs im Laufe des Abends. Zu später Stunde kamen Uschi und Tochter Jule mit ihrem Pony im Hänger an. Eigens für die Begleitung unserer Karawane am Wochenende machten Sie sich am Freitag nach Schulschluss von Konstein im Altmühltal auf den Weg. Nach mehreren Stunden auf Achse waren die beiden Mädels wohl behalten aber geschafft angekommen.
Am Samstagvormittag hieß es wieder Abschied nehmen von einer wiederum sehr gastfreundlichen und angenehmen Familie Esterhammer. Die heutige Route führte uns über Liebenau, Bum, Liebenstein wieder in den Süden der Mühlviertler Alm. Einen Halt bei der Schnapsrast Thauerböck, natürlich mit Verkostung, durfte auf der heutigen Tour dann auch nicht fehlen. Vom Thauerböck dann erst hinab zum Tiefenbach, dann Weitersfelden im Tal der Weißen Aist auf der Höhe umgehend um wiederum die zweiten ca. 100 Höhenmeter hinab zu fahren bis Nadelbach. Der folgende Aufstieg mit 120 Höhenmeter über Hinterbachler nach Kaltenberg, z. T. steil auf Asphalt forderte die Pferde noch mal richtig vor der verdienten Mittagspause auf dem Kirchplatz in Kaltenberg. Der Wirt hier in Kaltenberg, auch eine Pferderast, bietet auf 842 m Höhe neben den notwendigen Dingen zur Rast einen überragenden Blick nach Süden über das Tal der Kleinen Naarn in die immer aufs Neue begeisternde Hügellandschaft der Mühlviertler Alm. Der letzte Teil unserer Tagesetappe führte uns noch über zwei Anhöhen, vorbei an den Spannagelhöfen, durch die Schattau, vorbei an der Kapelle Geretzeder hinunter nach Straß wo wir auf bereits bekanntes Terrain stießen. Die letzten 2 Kilometer bis zum Reitpark Gstöttner liefen dann wieder wie von selbst.
Es schließt sich nun der Kreis wieder am Beginn unserer Reise mit Pferd und Wagen am Gstöttner Hof. Im Internet-Auftritt der Mühlviertler Alm habe ich unter Reitpark Gstöttner eine wirklich zutreffende Beschreibung gefunden. „Die Gstöttner Familie ist groß - es wird fleißig zusammengeholfen. Als Gast kann man während eines Urlaubes Teil dieser großen Familie werden. Ankommen und Abschalten heißt es für den Gast, denn Hektik ist beim Gstöttner fehl am Platz.“ Wir sind nun zum zweiten Mal hier angekommen, um wiederum hier zwei Nächte verbringen zu dürfen in der einzigartigen herzlichen Atmosphäre der Familie Kriechbaumer. Unsere Rundreise mit unseren Gespannen durch eine Traumlandschaft ohne Stress und Hektik werden wir hier am drauf folgenden Tag dann abschließen.
Wiederum versorgt mit durch nichts zu ersetzenden Wissen des absoluten Insiders Ludwig, unserem Hausherrn, machten wir uns am Sonntag früh auf unsere Abschlussrunde über Straß, von dort hinab ins Tal der Kleinen Naarn. Nach der Fichtmühle galt es den anspruchsvollen Anstieg entlang der Talusmauer hinauf nach Mötlas zu bewältigen. Auf nahezu gleichbleibender Höhe ging es über die Elbrixmühle zum Lummi auf die Moser Alm zur Mittagsjause. Über den schon in der Gegenrichtung befahrenen Waldweg erreichten wir den Gruber-Hof, von wo aus wir lange Abfahrt durch den malerischen Wald am Leitnerbach entlang bis ins Naarntal befuhren. Aus diesem relativ tiefen Taleinschnitt galt es nun wieder Höhe zu gewinnen um über Kaining nach Schönau zu gelangen. Der Schlussaufstieg über Hofing zum Gstöttner war dann die letzte Fleißaufgabe die die Pferde willig meisterten. Zum Finale wurde dann beim Gstöttner noch die Schwemme mit den Gespannen durchfahren, was den Pferden auch sichtlich zusagte. Nach 6 Tagen im Geschirr unterwegs, im steten Wechsel von bergauf und bergab, geigten sie noch richtig auf Zug mit den Kutschen durchs achstiefe Wasser.
Nähere Daten und Bilder zu den einzelnen Tagesetappen finden Sie auf der Homepage www.kutschfahrten-fuerholzen.de bzw. auf der Vereinshomepage www.marienheimer-kutscher-ev.de.
So wie die Woche angefangen hat wurde sie auch begeistert beschlossen. Der Abend rundete mit einem hervorragenden Essen und der anschließenden geselligen Runde gemeinsam mit unseren Wirtsleuten Ludwig und Burgi eine tolle Woche unsere “Mühlviertler Roas“ gebührend ab.
Ja, nun waren wir 6 Tage unterwegs mit unseren Gespannen in einer sehr anspruchsvollen und genauso eindrucksvollen wie beeindruckenden Landschaft der Mühlviertler Alm. Wir konnten ohne Probleme auf fahrbaren Wald-, Feld- oder Güterwegen unsere jeweiligen Tagesziele anfahren, wo wir ausnahmslos eine in der heutigen Zeit schon außergewöhnliche Gastfreundschaft erleben durften. Es sei an dieser Stelle ein ausdrückliches und großes “Danke“ von uns “Marienheimer Kutschern“ an alle gerichtet, die uns mit unseren Pferden in dieser tollen Woche beherbergten, versorgten sowie mit guten Ratschlägen und Tipps zur Route zum Gelingen dieser eindrucksvollen Reise mit Pferd und Wagen beigetragen haben. Es sei an dieser Stelle erlaubt diese Woche Wanderfahrt mit dem folgenden Gedanken wirken zu lassen.
Mühlviertler Roas – es war wirklich mehr als eine Reise!

 

Bilder zu dieser wunderschönen Wanderfahrt finden Sie hier .....


Wanderfahrt nach Ellgau 2014

 

Juhu – es scheint, als würde ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung gehen. Pibi und ich müssen allerdings noch über einige Hürden springen, bis beide mit einem Schmunzeln meinen: „ja, ihr dürft mit“ – Luftsprung.

Der Termin rückt näher und Marianne macht irgendwie noch keine Anstalten nähere Infos rauszurücken. Am Tag vor der Fahrt dann endlich:  Pibi und ich sollen um 8.00 Uhr mit dem Hänger kommen. Das Gepäck wird im Sprinter nach Ellgau transportiert. Wir suchen noch einen Regenmantel für mich, denn der Wetterbericht sagt 4 Tage schlechtes, kaltes, regnerisches Wetter voraus -  für den 1. Mai außergewöhnlich. Doch was habe ich bei Nutzens gelernt: es wird bei jedem Wetter gefahren. So muss ich also nicht befürchten, dass aufgrund schlechten Wetters die Fahrt abgesagt wird.

 

Donnerstag 8.00 Uhr Marienheim, außer mir scheint niemand aufgeregt zu sein: der Sprinter wird von Tobias mit Lebensmitteln und Koffern bepackt – Kutschen stehen im Hof – es gibt Kaffee – Ruhe vor dem Sturm? Nein, wie gewohnt werden 4 Haflinger (Zimmers), 2 Friesen (Dichtls), 1 Kaltblut-Einspänner (Bücherls) und die 2 Freiberger fertig gemacht. Ich kann es kaum glauben, pünktlich um 9.20 Uhr fahren wir in Kolonne vom Hof.

Vorschriftsmäßig geleitet uns Tobias über die Staatsstraße, im Laufe der 4 Tage lerne ich, bei Nutzens wird, was die Straßensicherheit anbelangt, nicht geschludert, insbesondere war es bei der Rückfahrt auf einem Brückenabschnitt auf der B16 brenzlig, davon aber später. Es zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Kutschenkolonne vorne und hinten umsichtig abzuschirmen ist.

 

Im Sehensander Forst gibt es den ersten frischen Trab – herrlich.

Ein spontanes Einkehren bei guten Bekannten in Straß und das kurze Besichtigen eines wunderschönen Rhododendrongartens lässt mich ahnen - der Weg ist das Ziel. Eine flüssige Wegzehrung und weiter geht es durch Straß zu unserem Weltmeister-Schmied – der Augenstein Franz. Weihnachten noch recht haudig beieinander, ist er jetzt wieder gut auf den Füßen und freut sich sichtlich über unseren Besuch.

Anschließend unter der B16 durch, durch Moos und dann im Trab. Es soll auch Gespanne geben, die die 3. Gangart wählen und andere, die die Abzweigung verpassen aber dann doch auch wieder ohne Probleme aufholen. Es geht Richtung Niederschönenfeld, denn hier warten Edith und Gerold mit einem Mittagessen auf uns alle.

In Niederschönenfeld angekommen wird rasch ausgeschirrt. Für jedes Gespann haben unsere liebevollen Pferdefreunde Koppeln abgesteckt, damit auch unsere Vierbeiner eine wohlverdiente Mittagspause erhalten. Jetzt erwartet uns eine reich gedeckte Tafel mit frisch geräuchertem Saibling – ein Gedicht - verschiedenen Vorspeisen und Getränken. Wir sind im Paradies und auch der Wettergott hält sich nicht an die Vorhersage, die Sonne scheint und wir haben die Sonnencreme vergessen!

Nun aber anspannen, wir haben noch eine gehörige Strecke vor uns bis Ellgau. 

Neue Lektion für mich und Pibi: auch ohne Stallgasse kann man Anschirren und stehen bleiben.

Über die B16 bei Rain den Lech überqueren und dann im frischen Trab am Lech entlang bis Marianne, unser Guide, entweder an einem Maisstängel oder an einer Baumgruppe (???) erkennt – Stopp – hier müssen wir nach rechts Richtung Ellgau abbiegen. Und Sie hat Recht, wie beinahe immer in diesen 4 Tagen. Hier zeigt sich, Tradition hat große Vorteile, da man – „wir sind doch mal an einem Bach entlang so einen schönen Wiesenweg gefahren“ – diesen Weg auch wieder findet. Auch wenn man dann bei heftigem Wind (am 2. Tag hatte die Wettervorhersage am Nachmittag dann doch recht!) seinen hochwertigen Stetson-Hut verliert und ihn bei einer abendlichen Autosuchfahrt auch nicht mehr wiederfindet.

Unsere Gastgeber – die Familie Lichti auf dem Herrlehof – haben für die nächsten 3 Tage die Boxen schon gerichtet, es wird ausgeschirrt und die Pferde versorgt.

Die Wohnungen und Zimmer werden verteilt, das Gepäck ist auch schon da. Hier ein besonderer Dank an die Mannschaft zuhause. Martina holt und bringt Pferde, Steffi kümmert sich um das Gepäck, holt verschiedene Mitfahrer ab und bringt sie wieder zurück und transportiert auch Ehemänner, die mal zu einem Tagestrip vorbeischauen. Ohne solch liebe Menschen ist so ein Ausflug bei weitem nicht so komfortabel – ein herzlicher Dank.

Die Hausherrin kennt die Marienheimer Truppe schon, wir werden herzlich empfangen und über die Tage aufs Köstlichste ver- und umsorgt.

Tag 2: Die Tagesziele scheinen willkürlich besprochen. Wenn man aber auf wunderschönen Wegen mit Pferden, die zufrieden die Karre ziehen, an Orte kommt, an denen wieder Koppeln eingezäunt sind, auf zum Grillen komplett eingespannte Familien trifft, die die Gäste bewirten und nach einem Schlemmermahl auch noch Kaffee und Kuchen kredenzt, scheint dahinter tatsächlich ein Planer zu stehen – Marianne?

Wieder eine neue Lektion gelernt: Freiberger können die Gangart 3, auch mit einem Fahranfänger,  gegen strömenden, z. T. waagrechten Regen, auch wenn dann am nächsten Tag die Karre einen Platten hat.

Hier hilft nach langen Überlegungen und Reparaturversuchen Carmen mit ihrer Kutsche aus, die ganz einfach geholt wird. Nicht ganz so komfortabel, aber eben ohne Platten.

Am 3. Tag scheint das Ziel wiederum nicht so klar. Kurz vor der Ortschaft Eggelstetten erreicht Marianne endlich die Familie Reicherzer telefonisch – so nach dem Motto: Wir kommen doch noch mit 3 Gespannen und 10 bis  15 Mann vorbei auf einen Kaffee. Was lernt der Neuling abermals: Die Fahrer sind Leute, die hoch flexibel und durch Nichts zu erschrecken sind, im Zweifel macht man die Küche einfach größer. Paddocks und Boxen sind obligat, Heu und Wasser – eh klar. Kurz mal im Vorgarten 3 Kutschen geparkt – eine normale Hausfrau würde die Scheidung einreichen – nicht so hier. Ausgefroren sind wird um die wohlige Enge in der gemütlichen Küche froh, die Kaffeemaschine verrichtet brodelnd ihre Arbeit, der rasch besorgte Kuchen wird restlos verputzt. So gestärkt entscheidet der Guide: wir besuchen noch ? auf seiner Ranch. Hier werden noch die Reste an Hochprozentigem verputzt um dann festzustellen, unsere Vierbeiner sehen eine Wanderfahrt völlig gelassen - auch mit ausgelassenen Fahrern

Am 4. Tag räumen wir wehmütig die Zimmer und bringen die Stallungen in Ordnung, um den Heimweg anzutreten. Das Ziel Niederschönenfeld im Auge, machen wir einen kleinen ungewollten Umweg über die viel befahrene B16! Unserer Vierbeiner sind mittlerweile völlig entspannt, auch bei gänzlich unentspannten Autofahrern meistern wir diese Klippe, um gegen Mittag wieder bei Edith und Gernot anzukommen. Nach dem Motto „sauer macht lustig“, gibt es zweierlei Wurstsalate und Diverses.

Bei strahlendem Sonnenschein streben wir wieder zügig Marienheim zu.

Was haben die Neulinge Pibi und Ulla gelernt? Der Satz, frei nach Hermann: „Reiter sprechen von der Gemeinschaft – Fahrer leben sie“ ist tatsächlich so.

Pibi und ich sagen herzlichen Dank an alle Wanderfahrer, dass wir dabei sein durften. Wir hoffen, bei der nächsten Wanderfahrt wieder mitfahren zu dürfen.

Bilder zu dieser erlebnisreichen Wanderfahrt finden Sie hier .....


Stimmungsvolle Vereinsweihnachtsfeier 2013

 

Eine große Schar Marienheimer Kutscher mit ihren Familien und Freunden genossen am vergangenen Samstag die weihnachtliche Stimmung auf der Vereinsweihnachtsfeier in Marienheim.

Bei Fackel- und Kerzenschein, Glühwein und Steaksemmel, und stimmungsvoller Musik (aus der nagelneuen vereinseigenen Musikanlage) ließ es sich die bestens gelaunte Gesellschaft am Lagerfeuer gut gehen, bis die Jagdhornbläser Marienheim den Nikolaus mit der Kutsche - als Höhepunkt des Abends - im Hof begrüßen konnten.

Dieser verlas aus seinem goldenen Buch viel Positives über das abgelaufene Vereinsjahr und belohnte zahlreiche verdiente Mitglieder mit seinen Gaben.Besonders hervor hob der Nikolaus die Fahrerjugend – inzwischen eine stattliche Truppe - die sich dieses Jahr stark entwickelt hat und mit tollen Leistungen – sei es auf Abzeichen-Kursen, Trainings und am Vereinsturnier – auf sich aufmerksam machen konnte.

Als Belohnung hierfür überreichte er allen Kindern und Jugendlichen jeweils einen Gutschein für die Teilnahme am Jugend-Trainingslager, das in den großen Ferien in Marienheim organisiert werden soll.

Ein geselliges Ende fand die gelungene Feier in der Kutschenremise und zum Schluss noch in der Nutz’schen Küche, wo noch einige fachliche und auch nichtfachliche Gespräche geführt wurden.

 

Bilder zur Weihnachtsfeier finden Sie hier ....


Maiwanderfahrt 2013

 

Dass sich die Marienheimer Kutscher jedes Jahr zum 1. Mai zur traditionellen Wanderfahrt aufmachen ist weiter nicht überraschend. Doch gab es heuer gleich zwei Premieren zu feiern. So spannten die Zimmers aus Fürholzen gleich 4 Haflinger vor ihre Wagonette und fuhren stolz mit dem blonden Viererzug die insgesamt 140 Kilometer lange Strecke.
Die Kutscher von Gut Piesing waren mit neuem Freibergergespann unterwegs und konnten mit den Leistungen der jungen Debütantinnen mächtig zufrieden sein.
Aller guten Dinge sind drei und so begab sich Routinier Carmen mit Ihrem Warm-Kaltblut Gespann auf die fünftägige Tour.

Auch Petrus hatte ein Einsehen und allen Unkenrufen der Wetterfrösche zum Trotz, kam die Regenausrüstung kein einziges Mal zum Einsatz.
Die erste Tagesetappe führte die Wanderfahrer zum Gut Herrlehof bei Ellgau, wo das Basislager für die nächsten Tage bezogen wurde. Hier waren Pferde und Kutscher bestens untergebracht und wurden von der Gastgeberin Frau Lichti im herrschaftlichen Gutshaus bestens umsorgt.
Auch am zweiten Tag gönnten sich die Wanderfahrer keine Pause und machten sich zum Reitstall der Familie Meir ins 15 Kilometer entfernte Ötz auf.
Schon guter Brauch ist der Tagesausflug auf die Burganlage in Markt, wo wir unsere gute bekannte Nina immer gerne besuchen.
In mittelalterlicher Atmosphäre lässt es sich stets prima Brotzeit machen.
Am Tag vor der langen Heimfahrt hatten die Pferde dann eine Verschnaufpause verdient. Nur die Haflinger mussten sich noch mal so richtig ins Zeug legen, denn kurzerhand wurde der Vierspänner vor einen traditionellen Gesellschaftswagen gespannt und musste die ganze Kutschergesellschaft von Erichs Paint-Horse-Ranch zurück zum Herrlehof bringen.
Auch in diesem Jahr war die Wanderfahrt wieder ein tolles Erlebnis und so waren die zufriedenen Gesichtsausdrücke von Pferden und Kutschern nicht zu übersehen. Unser Dank gilt Marianne für die tolle Organisation und die fachkundige Unterstützung zusammen mit Burgl, dass alle Gespanne die Wanderfahrt so gut gemeistert haben.

 

Bilder zur Fahrt finden Sie hier .....


Weihnachtsfeier 2012

 

Am  22.Dezember fand unsere Weihnachtsfeier statt, oder wie Hermann berichtigte - Adventsfeier.

Das gemütliche Beisammensein eröffneten die Marienheimer Jagdhornbläser mit einigen schönen und stimmungsvollen Klängen.

Danach gab es leckeres wie Bratkartoffeln, Schupfnudeln mit Sauerkraut und Schnitzel aus der Pfanne. Natürlich fehlte es auch nicht an Glühwein und Punsch.

Im Anschluss wurde von Burgl ein Dankeschön an alle aktiven Mitglieder ausgesprochen und besonderen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz gilt hier natürlich Marianne und Hermann Nutz.

Stellvertretend für alle anderen aktiven Mitglieder und Helfer, welche oft auch nur im Hintergrund agieren, gab es für Sylvia und Christian Bongratz, für Klaus und Gerda Kipp, Gabi und Achim Zimmer und Matthias Taubert ein kleines Dankeschön in Form eines Geschenkes.

Auch Butzemann ging nicht leer aus.

Es war ein gelungener Abend und Vielen Dank an alle diejenigen, die diese Feier organisierten und gestalteten.

 

Bilder dazu finden Sie hier .....


Traditionswanderfahrt durch's bayerische Oberland 2012

 

Nach der Chiemsee-Rundfahrt im vergangenen Jahr stand heuer eine andere Variante einer großen Wanderfahrt auf dem Programm der Marienheimer Kutscher. Auf selbst ausgespähter Route wollten wir der Tradition des bayrischen Oberlandes entsprechend mit unseren Kutschen von Fürholzen im Landkreis Freising bis zum Fohlenhof Ebbs, dem Haflinger Landgestüt in Tirol, fahren. Im Vorfeld wurde die gesamte Strecke nach intensivem Kartenstudium mit dem Rad auf unsere Anforderungen mit der Kutsche hin erkundet und sämtliche Quartiere besucht.

Durch den Englischen Garten und mitten durch München

 

Am Sonntag den 30.September starteten 4 Kutschen jeweils zweispännig angespannt von Fürholzen durch die Garchinger Heide Richtung Isar. Es waren mit von der Partie der Bücherl Hans und die Naiser Ulli, der Nutz Hermann und die Marianne, der Hundseder Matthäus und die Rosmarie, und wir beide, der Achim und die Gabi. Den Isarauen flussaufwärts folgend erreichte unser Tross dann die Stadtgrenze von München. Durch die Hirschau, den Föhringer Ring unterquerend wartete mit der Wasserdurchfahrt durch die Furt des Oberjägermeisterbachs die Einfahrt in den Englischen Garten. Nach einer kurzen Pause für die Pferde und die Fahrer am Chinesischen Turm konnten wir am zeitigen Sonntagnachmittag diese herrliche Parklandschaft durchfahren, natürlich mit der gebührenden Rücksicht auf zahlreiche Passanten zu Fuß oder mit Fahrrädern. Anschließend diente uns die Prinzregentenstrasse dazu die Isar zu überqueren um über die Luitpoldbrücke unterhalb des Friedensengels wieder in die nächste Parklandschaft dieses Mal die Maximiliansanlagen auf der Ostseite der Isar abzutauchen. Vorbei an der Praterinsel unterhalb des Maximilianeums folgten wir diesen malerischen Wegen bis zur Muffathalle um hier unterhalb des Gasteigs über ruhige Seitenstrassen östlich des Deutschen Museums vorzufahren bis zu den Frühlingsanlagen bei der Reichenbachbrücke.

Wir konnten nun wieder weg vom Straßenverkehr unsere Reise durch München entlang der Isar fortsetzen. Unter der Wittelsbacher-Brücke hindurch, am Flaucher vorbei, die Thalkirchener-Brücke unterquerend, am Tierpark Hellabrunn entlang, Maria Einsiedln mit der Flosslände am gegenüberliegenden Ufer waren Stationen die an uns in einer beschaulichen Geschwindigkeit vorüber zogen, ohne den sonst gewohnten Verkehrsstress der bayrischen Metropole nur zu erahnen. Nach dem die Großhesseloher Brücke ihre Eisenbahngleise hoch über unseren Köpfen von einem zum anderen Ufer spannte stieg ein weiterer Rosserer von unserer letztjährigen Fahrt, der Lippert Anderl, zu. Mit ihm hatten wir nun einen eingeborenen Führer durchs Prominentendorf Grünwald. Die Isar verließen wir am Flussknie zwischen Pullach und Grünwald durch einen kurzen aber knackig steilen Hohlweg hinauf aufs Hochufer.

 

Die erste Station: Familie Schelle in Deisenhofen

Dank unseres Anderls konnten wir Grünwald problemlos und zügig durchqueren um den letzten Teil des Tages durch den Grünwalder Forst, vorbei am Forsthaus Wörnbrunn bis zum Etappenziel bei der Familie Schelle in Deisenhofen.

Florian Schelle, ein Mann mit großem Herz fürs Pferd und uns Rosserer hatte schon für alle unsere Pferde Boxen und Futter hergerichtet so dass unsere Vierbeiner zu ihrem verdienten Futter und ihrer verdienten Nachtruhe kamen. Der erste Tag hatte es eigentlich schon ganz schön “in sich“ mit den 50 Kilometern und dem Wechsel von beschaulicher Auen- und Parklandschaft mit sonntäglich pulsierenden Verkehr auf einer sechsspurigen Straße einer Großstadt, gespickt mit einer ansehnlichen Wasserdurchfahrt. Aber dank des leicht bewölkten Wetters und doch moderaten Temperaturen haben alle Gespanne diesen Tag sehr gut gemeistert. Nach einem guten Abendessen im Weissbräu in Deisenhofen konnten die nun auch müden Kutscher und Beifahrer bei Anderl und der Ursel ihr Nachtlager beziehen. Der Hundseder Matthäus und seine Frau die Rosmarie wurden vom Kisslinger Hermann abgeholt, da sie leider in der kommenden Woche einen unaufschiebbaren Auftrag erledigen mussten.

 

Der zweite Tag führte uns nun über Kreuzpullach dem Deininger Weiher hinein ins Tölzer Land, einem wirklich beschaulichen Landstrich vor unseren Bergen des Werdenfelser Landes. Wir fuhren förmlich wie auf einem vom Kellner getragenen Tablett auf Naturwegen durch die Filzen vorbei am Deininger Weiher, über Egling bis nach Ascholding immer wieder im die traumhafte Kulisse vom Karwendel übers Wettersteinmasiv bis zur Zugspitze im Angesicht. Mittagsrast für Ross und Kutscher war hier angesagt beim Landgasthof Lacherdinger, wo wir samt unseren Pferden sehr gastfreundlich aufgenommen wurden. Die Pferde ausgeschirrt und getränkt konnten auch wir letzterer Tätigkeit nachgehen. Die Wirtin servierte uns ein wirklich schmackhaftes Mittagessen im Biergarten und wir konnten den guten Service des Hauses genießen. Der Nachmittag führte uns am Hamatinger Weiher vorbei über Föggenbeuren zur Wallfahrtskirche St. Leonhart. Von hier weiter über Ried hinunter nach Dietramszell, vorbei am ehemaligen Ausgustinerchorherrenstift um den letzten Anstieg diese Tages über Obermühlbach und um den Stöttnberg herum hinauf nach Helfersried in Angriff zu nehmen.

 

Die zweite Station: Familie Kappelsberger in Dietramszell

Hier am Ziel unseres zweiten Tages dem Haflingerhof Kappelsberger wurden wir sehr familiär von Johann Kappelsberger und seiner Frau Rosmarie aufgenommen. Nachdem die Pferde ihren Stall bezogen hatten und versorgt waren, durften wir das eigens für uns  zubereitete Abendessen genießen. Ja und danach saßen dann all die Rosserer in der Stuben und man hatte sich bis lang in die Nacht viel zu erzählen und Durst hatten sie auch dabei gehabt.

Am nächsten Morgen hieß es dann wieder Abschied nehmen von einer sehr gastfreundlichen Familie auf einem absolut traumhaft gelegenen bodenständigen Hof, wo das Pferd einen hohen Stellenwert genießt. Die Etappe heute kann man als die Königsetappe dieser Fahrt bezeichnen, sowohl vom Anspruch an die Pferde als auch von der Landschaft des Alpenvorlandes zwischen Bad Tölz und Fischbachau mit ihren vielen einzigartigen Eindrücken, die wir bei herrlich sonnigem Herbstwetter durchfahren konnten. Von Helfersried hinab über Au, führte uns die Route durchs Holz steigend um den Schindlberg herum zum Kirchsee, vorbei an Kloster Reutberg mit seinem schönen Biergarten (schade es war noch zu früh am Tag), durch Sachsenkam über Feld- und Waldwege nach Schaftlach. Beim Raßhof ging es wieder weg von der Straße über Rieder entlang der Bahntrasse der BOB Richtung Tegernsee. Bei der Überquerung der B 472 hatten wir eine durchaus bemerkenswerte Begegnung mit einem Auto fahrenden Zeitgenossen. Nach dem wir in bewährter Manier mit übergezogener Warnweste und Winkerkelle den Straßenverkehr auf unsere Überquerung der Bundesstrasse aufmerksam gemacht hatten, hielten hüben wie drüben die Fahrzeuge an, um uns passieren zu lassen. Auf meinen Gruß und meine Bedankung hin fragte mich der an vorderster Stelle stehende Wohnmobilfahrer mit welcher Berechtigung ich hier den Verkehr aufhalte, ich bräuchte hierzu eine Genehmigung. Ich erwiderte ihm, dem Kennzeichen nach ein Urlauber, schmunzelnd „damit nichts passiert und er mit seiner Frau den Urlaub genießen könne…“. Eine Situation die bestimmt unter der Rubrik typisch deutsch wieder zu finden ist. Aber unsere Truppe lies sich nicht durch solch Unverständnis beinflussen und setzte seinen Weg fort durch eine mit einzelnen Höfen, Wiesen und Weiden charakterisierte Landschaft. In Moosrain kurz vor Gmund hieß es nun erst auf die sehr vielbefahrene  Bundesstrasse 316, den Highway zum Tegernsee, diese wenige hundert Meter zu befahren um sie dann wieder bei der nächsten Abbiegung zu verlassen. Wie eigentlich nicht anders erwartet, lief dies völlig entspannt und problemlos. Bereits der erste LKW, der unsere Warnweste und Kelle erspähte hielt sein Fahrzeug an, diesem Beispiel folgt auch der Fahrer im Gegenverkehr so dass die Gespanne zügig diese Stelle passieren konnten. Es sind halt nicht nur ungedulige Urlauber unterwegs. Wieder weg vom Pulsschlag des automobilen Verkehrs zogen wir unseren Weg über die Wiesenwege bei Festenbach hinab zur Mangfall, wo dann der erste Berg des heutigen Tages wartete. Über Schmerold, Waldhof hinauf bis zum Gieshof hieß es rund 130 Hm zu bewältigen. Die folgende Abfahrt nach Miesbach lies die Anstrengung wieder verfliegen und den Schweiß trocknen. Der städtische Verkehr der Kreisstadt beinflusste uns nahezu gar nicht, so dass wir wohl gemutes den nächsten Anstieg auf die Parsberger Höhe anpeilen konnten. Auch hier waren 100 Höhenmeter zu bewältigen, allerdings nicht so exponiert wie beim ersten Berg. Gerade die Landschaft, in der wir uns hier mit unseren Pferden in einem daran angepassten Tempo bewegten, hat schon einen ganz eigenen Charme.  Man fährt auf einem Höhenrücken dahin, von dem aus der Blick nach Norden die Autos am Irschenberg erkennen lässt, im Süden und voraus die heimischen Berge der Rotwandgruppe und der Wendelstein das Auge fesseln.Die dritte Station: Familie Felsl, Sonnenkaiser in Elbach/Fischbachau

In Wörnsmühl angekommen wartete noch ein relativ kurzer aber knackiger Aufstieg auf einer geschotterten Waldstraße hinauf auf die Hochebene von Hundham an dem wir vorbei über Wiesenwege und Nebenstraßen unser heutiges Ziel den Gasthof Sonnenkaiser in Elbach erreichten. Auch hier wurden wir von Florian Felsl und seiner Familie schon erwartet, die uns sehr herzlich aufnahm.

 

Für unseren Erholungstag oder besser für unsere Pferde, hatte er gleich eine passende kurze Runde mit bekannt guter Einkehr bei der Krugalm parat. Wir konnten der Feiertag ( 3. Oktober) bei bestem Wetter im bekannt guten Biergarten genießen. Unsere Pferde durften sogar derweil auf die Weide des Krugalmwirtes, den es sichtlich freute, dass er von drei Gespannen besucht wurde. Nach ausgiebiger Rast und ratsch mit dem Wirt fuhren wir dann am Nachmittag wieder über Untergschwendt zurück zum Sonnenkaiser.

 

Auch von Elbach hieß es dann am Donnerstag wieder Abschied nehmen um auf malerischer Route weg vom Verkehr auf kleinen Straßen und Wegen Richtung Bayrischzell unsere Gespanne zu lenken. Nach Geitau fuhren wir dann auf Naturwegen immer entlang der Leitzach durch alpine Wiesen- und Weidelandschaft bis sich unser Weg im Wald immer sachte bergauf bis kurz vor die ehemalige Gaststätte Zipfelwirt schlängelte. Man konnte teilweise meinen, dass wir fast eine kleine Marathoneinlage mit interessanter Streckenführung hier vorgefunden haben. Den Rest bis zur Passhöhe des Ursprungpasses bei der Bäckeralm fuhren wir dann auf der Straße um auf österreichischer Seite dann wieder die auf die alte Straße neben der Thierseer Ache auszuweichen. Nach dieser letzten Kutschen gerechten Teilstrecke waren wir schon im Landl, einer kleinen malerischen Ortschaft zwischen Ursprungpaß und Thiersee.

 

Die vierte Station: Familie Mairhofer, Hecherhof im Landl/Tirol

Der Hecherbauer hatte seine eigenen Pferde eigens ausquartiert um unseren Pferden die passenden Boxen bieten zu können. Die Lage des Hofes hoch über der Ortschaft und die Herzlichkeit einer pferdebegeisterten Bauernfamilie übertrafen auf dieser Fahrt wiederum alle Erwartungen. Auch das unkomplizierte Arrangement unserer Übernachtung beim Nachbarhof konnte dieses tolle Bild nur noch abrunden.

Es kam so wie es kommen musste. Nach leichtem Regen in der Nacht empfing uns der letzte Tag wiederum mit sonnigem Wetter. Keiner von uns wollte so richtig begreifen, dass sich unsere tolle Reise mit Pferd und Wagen seinem Finale nähert. Nach Verabschiedung von der Familie Mairhofer, dem Hecherbauern, ging es gleich bergab zur Hauptstraße nach Thiersee, wo wir die „Zivilisation“ wieder verließen um auf  Schotterwegen hoch übers „Wachtl“ zu gelangen. Es bot sich uns hier eine beeindruckende Kulisse eines ehemaligen Steinbruchs der Firma Eiberg-Zement, von uns getrennt durch den 200 Meter tiefer gelegenen Klausbach. Eine steile Schotterstraße ließ uns in gut angelegten Serpentinen vorbei am Wirtshaus Wachtl die alte einspurige Eisenbrücke über den Bach erreichen. Der zuständige Ingenieur Herr Hintner hatte bereits am Vorabend eigens für unsere Durchfahrt die Halbschranke geöffnet, so dass unserer entspannten Weiterfahrt nach diesem fahrerischen Höhepunkt nichts mehr im Wege stand. Über die Schöffau hinunter, vorbei am Hödenauer See führte uns der Weg in der Aue zur Brücke über den Inn beim alten Zollhaus Oberaudorf auf die österreichische Seite. Die Inntalautobahn nicht erahnend wurden wir mit unseren Gespannen auf der Innbrücke bei Oberaudorf daran erinnert, dass wir eigentlich in einem der verkehrsträchtigesten Bereiche Europas uns bewegen.

 

Am 6. Tag im Ziel: Das Haflingergestüt Ebbs in Tirol

Hier waren es nur noch wenige Kilometer bis nach Ebbs zum Fohlenhof, der Hochburg des Tiroler Haflingers. Dank der Zusage des Gestütsleiters konnten wir mit unseren Kutschen direkt hineinfahren um am Fahrplatz ausspannen zu können, da uns eine Gestütsbesichtigung geführt durch eine charmante Mitarbeiterin erwartete. Unsere beiden Haflinger waren ebenfalls von dieser Umgebung tief beeindruckt, so dass sie nach dem Anbinden auch eigenständig zu einer Besichtigung aufbrechen wollten. Aber auch ein Haflinger kann ein sehr verständiges Tier sein, so dass sie sich wieder nach wenigen Metern zum Warten überreden ließen. Der späte Nachmittag führte uns dann wieder durch die Aue zurück über die Innbrücke auf die bayrische Seite, wo uns in Kiefersfelden das letzte Quartier für Ross und Fahrer beim Postwirt in Kiefersfelden erwartete.

 

Die letzte Station: Familie Pfeiffer, Postwirt in Kiefersfelden

Familie Pfeiffer bot unseren Pferden wiederum großzügige Boxen, da die eigenen Shirehorse das Wochenende auf der Alm verbringen durften. Die Gastfreundlichkeit beim Postwirt genießend konnten wir nun am letzten Abend unsere Traditionswanderfahrt durchs Oberland gebührend mit Speis und Trank ausklingen lassen. Am Samstag traten wir dann verladen auf die Hänger die Rückreise in die heimischen Ställe an.

 

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Betrieben die unseren Pferden und uns Unterkunft gewährten herzlich bedanken für die überwältigende Gastfreundschaft die wir genießen durften und für das große selbstlose Engagement, das maßgeblich zu dem Gelingen unserer großen Fahrt beigetragen hat.

 

Bilder zur Wanderfahrt finden Sie hier ....

 

 


Stationen einer Maifahrt - mit einem kulinarisch sehr experimentierfreudigen Pferd und afrikanischer Begleitung….

 

Unsre jährliche Mädels-Wanderfahrt führte uns – Birgit Englisch, Silvia (Goisie) Geisenberger, Birgit Reiner und unseren Gast aus Tansania, Eli Stegmeier – dieses mal durchs „Dreiländereck – Franken – Schwaben – Oberbayern“.

Die Tour umfasste folgende Stationen 

1.    Station 151 Veithof Ochsenhart – Andreas Böhm / Pappenheim– Naturpark Altmühltal

2.    Station 108 Schlossgut Inching – Robert und Erika Böhm / Walting – Naturpark Altmühltal

3.    Station 161 Stone Tower Ranch – Wieland Spiegel / Nennslingen - Fränkische Alb

4.    Station 131 Reit- und Fahrverein Pleinfeld - Heinz Hinterbuchner / Pleinfeld – Fränkisches Seenland

5.    Station 51 Ferienhof Oberhauser – Waltraud und Christian Oberhauser / Altentrüdingen – Hesselberg - Mittelfranken

6.    Station 157 Landhotel Weißer Hahn – Thorsten und Andreas Riedel / Wemding - Alerheim 

7.    Station 112 Ferberhof – Anton und Gabi Ferber / Daiting – Monheimer Alb

Am Abfahrtstag plätscherte noch strömender Regen morgens beim Eintreffen und Sammeln auf dem Ferberhof in Natterholz, wo wir die Autos und Hänger abstellen konnten. Unser Tagesgast Hannes wurde natürlich für das schlechte Wetter verantwortlich gemacht und konnte diesen Mangel dann nur ausgleichen – und tatsächlich den Wettergott für die kommende Woche überlisten - indem er den Abend vor dem prasselnden Kaminfeuer in der wunderschönen Ferienwohnung / Ochsenhart, mit Gitarrenmusik und Gesang umrahmte. 

Während unsrer Mittagspause auf dem Weg dorthin, entwickelte Mucki – eins der Gespannpferde – ein ausgeprägtes Interesse an unsrer Brotzeit und wir stellten erstaunt fest Dieses Pferd frisst auch Paprikastrünke, Gurkenscheibchen und schien zudem noch äußerst angetan von unsren Streichwurstbroten! 

Die seltsamen Gelüste von Mucki zogen sich durch die gesamte Wanderfahrt Saßen wir mal gemütlich auf einem Bänkchen zur Rast - die Pferde ausgespannt und friedlich grasend - war’s dem Muck immer ziemlich schnell fade ohne seine Menschen und er graste sich möglichst unauffällig immer näher an den Rastplatz der Zweibeiner heran, schüttelte sich das Fliegenhäubchen von den Ohren – so dass es ihm verwegen vor seinem linken Auge hing und begehrte von unsrem Tische zu speisen. Als wir uns einmal mit einer Tüte Erdnussflips stärkten, gab er sich erst zufrieden, als auch das letzte Erdnusslöckchen – ums Haar samt Tüte - in seinem Schlunde verschwunden war.

Bei einem Päuschen am Brombachsee wieder das fast schon gewohnte Bild Die Pferde wurden ausgespannt, sollten auf der Wiese grasen… doch ruckzuck wurd’s dem Mucki wieder langweilig mit der schnöden Graszupferei. Er besuchte uns an unsrem Sitzplatz, schnoberte nach Brotkrümelchen, erhaschte auch das ein oder andere Nußkrokantbröckchen und inhalierte am Ende noch blitzartig ein Häufchen Kiwischalen, das wir nicht schnell genug im Mülleimer verschwinden lassen konnten….

Unsre Tour führte uns auch an den wunderschönen „Hahnenkammsee“ im Fränkischen Seenland. Dort ließen wir uns gemütlich am Ufer nieder, fanden zudem einen tollen Kiosk vor, in dem wir allerlei Leckereien kaufen konnten. Aber nicht, dass wir dann unsre kulinarischen Leckerbissen alleine genießen konnten, nein! Das kecke Riesenrüsseltier Mucki wollte – wohl inzwischen aus Gewohnheitsrecht - mit uns schlemmen. Er schlich sich Huf für Huf zu uns vor, stand schließlich mit den Vorderbeinen auf unsrer Decke und fand viel Geschmack an Latte Macchiato und Eierlikör-Eisbechern, auch vom Nusskuchen probierte er und stibitzte Eli auch schon mal ein Häppchen direkt aus dem Mund. Als es nix mehr zu naschen gab, wurde er ziemlich „übergriffig“ und schleckte halt dann den Rastenden die nackten Beine, die Hände oder das Gesicht ab. Schade eigentlich, dass er aufgrund seiner doch sehr - sagen wir mal - stattlichen Größe, nicht bei seinen Menschen auf dem Schoß sitzen konnte.

Aber wir hatten wie immer auch – wenn abends die Pferde versorgt waren - eine Menge Spaß miteinander, saßen mit den Stations-Gastgebern viele Abende zusammen, führten lange nächtliche Gespräche mit viel Gelächter. Der eine oder andere Abend endete mit ausreichend „Silvaner“ o. ä. erst in den frühen Morgenstunden auf dem Zimmer. Dass Schlafentzug mit Schüttelfrost am Morgen einhergeht, das bewies die stets fröstelnde Eli eines Morgens eindrücklich. Ihre Versuche, sich unter der Bettdecke anzuziehen - wegen des „eisigen Fönwinds“, der aus der geöffneten Badtüre drang und der obendrein von „hastigem und rücksichtslosem Hin- und hergehen im Raum“ von Zimmergenossin Birgit Reiner noch sehr verstärkt wurde, endeten wider Erwarten doch noch erfolgreich.

Eines nachts wurden wir schlagartig durch die vermeintliche „Bruchlandung eines Flugzeugs“, geweckt… aber es war Gott sei Dank nur Goisie, die extra leise - um uns ja nicht zu wecken - aufs Klo schleichen wollte, dabei eine Stufe übersah und mit Karacho und Höllenlärm auf unsrem Bett landete, was in nächtlichen Kicherattacken endete….Das mit „extraleise und vorsichtig“ solltest du noch mal üben, liebe Goisie, das war nix!

In einer anderen Nacht wurden wir von einem Handy geweckt, das sich in der Zeit vertan hatte und sich schrill zu Wort meldete. Eli’s lakonischer Kommentar „Lässt du dich jetzt nachts um drei wecken, damit du weißt wann du pinkeln gehen musst“ endete erneut in nächtlichen Lachsalven und wurde gerne in den folgenden Tagen wieder erzählt.

Und irgendwann war dann leider der letzte Tag angebrochen. Das Wetter war saukalt, windig und regnerisch, wir mussten - mangels warmer Handschuhe - zu Aufwärmzwecken Händchenhalten und unter dem schwesterlich geteilten Regenponcho kuscheln. Eins der Mädels zog sich gar dicke Wollsocken unter die vorsorglich mitgebrachten Winterstiefel…?… deswegen war auch nur noch Lust auf ein winziges Fläschchen verspäteter Halb-Zwölf-Uhr-Sekt während der Fahrt. Wir kehrten zu unsrer Anfangsstation, auf den „Ferberhof“ in Natterholz zurück, um die letzte Nacht dort zu verbringen. Wie immer servierte uns Gabi Ferber ein göttliches Abendessen und wir ließen die Urlaubswoche gemütlich ausklingen.

Das Resumé dieser Fahrt

•    Afrikanerinnen frieren IMMER, haben deshalb jedes Jahr eine neue „todsichere“ Methode, für trockenes, warmes Wetter zu sorgen. Sei es mit „ALLE müssen IMMER fleißig die Regenmäntel anziehen, dann regnets garantiert nicht“ – was letztes Jahr schon nicht so richtig funktioniert hat – bis zu der diesjährigen  „100%igen“ Methode, sich gutes Wetter einfach zu „wünschen“ – was leider auch nicht immer klappte………aber nächstes Jahr - da wird’s richtig, denn man hat sich vorsorglich mit der richtigen Lektüre zu diesem Zwecke („Wünsche ans Universum“ oder so ähnlich….) eingedeckt!

•    Pünktlich um 11 Uhr erschallt jeden Tag der Ruf: „Es ist 11 Uhr, wo bleibt der Sekt“ der dann in die mitgebrachten „Plastiksektkelche“ fließen muss. Man sollte deshalb stets aufpassen, dass dieser Elf- manchmal auch Halb-Zwölf-Uhr-Sekt in ausreichender Menge vorrätig ist, vor allem wenn man eine Wahlafrikanerin als Mitfahrerin dabei hat! Denn der übliche Aldi-Kanister-Kutschenwein wird von dieser konsequent geschmäht. Auch beim Start der Tour heldenhaft zurückgelassenes „Hüftgold“, hinterlässt schon ab der ersten Pause großes Bedauern aller Mitfahrer, aber vor allem Gequengel von Afrikanerinnen. Das sollte beim nächsten mal mitbedacht werden!

•    Auf so einer ausgiebigen Wanderfahrt nimmt man natürlich auch so manch neue Erkenntnisse mit, z. B. dass manche Pferde absolute „Allesfresser“ sind, mindestens Haflingerblut in sich haben und künftig wohl die Hausschweine ersetzen werden. Fürs nächste Jahr rechnet man außerdem schwer damit, dass sich Mucki zur Mittagspause gemütlich auf der Decke zwischen seinen Zweibeinern ausstreckt, sich einen Capuccino und ein paar Kekse, oder ein Bierchen bestellt und einfach Pause macht. Langweiliges Gras fressen ist dann nur noch was für Asketen……

•    Rocco (das andere Gespannpferd) konnte im letzten Jahr ein Kunststückchen perfektionieren, und zwar Kinnkettchen selbst mit Schwung aus- und wieder einzuhängen. Das von allen bis dieses Jahr erwartete eigenständige Ein- und Ausschirren beherrschte er aber leider immer noch nicht. Auch, dass Pferde als vollautomatisches Navigationsgerät nur sehr begrenzt zu gebrauchen sind, lernten wir – sie weigerten sich standhaft, die Karte zu lesen und die Route bis zur nächsten Station selbständig auszuspähen. Diese Punkte sollten unbedingt auf die to-do-Liste fürs nächste Jahr!

•    Wir machten zudem die Erfahrung, dass in der Tasche ausgelaufenes Sonnenschutzspray der Marke „Hinterlässt keine weißen Rückstände auf der Haut“ die Pulverlackbeschichtung von Haarföns ablöst, Einmalrasierer in sämtliche, anschließend äußerst klebrige Bestandteile zerlegt, Schutzhüllen von Zahnbürsten zerfrisst und absolut unbrauchbar macht und Fleecejacken zu steinharten Brettern werden lässt…….. Etwas seltsam eigentlich, dass daraufhin der klägliche Rest besagten Sprays reißenden Absatz unter den Teilnehmerinnen der Fahrt fand - frei nach dem Motto: „Her damit, wenn nach dem Einsprühen keine Haut mehr da ist, kann sie auch keinen Sonnenbrand kriegen!“

Schön war’s wieder, wir hatten eine Menge Spaß und brüllendes Gelächter - aber auch tiefsinnige Gespräche und ein absolut harmonisches Miteinander! Mal sehen, was die nächste Fahrt so alles bringt, wir freuen uns schon drauf!

 

Bilder zur Maifahrt finden Sie hier .....


Wanderfahrt nach Natternholu April/Mai 2012

 

Dieses Jahr fiel die Wahl unserer Wanderstation auf Natterholz, ca. 12 km nördlich vom Zusammenfluss von Lech und Donau.

Aus allen Himmelsrichtungen steuerten unterschiedlichste Kutschen und Reitertrupps das kleine idyllische Örtchen Natterholz an. Diesmal trafen sich Birgit, Goisi und Christl mit ihren „bayrischen Reitelefanten“ incl. Begleithund Mimmi; Wolfgang und Kristin mit ihren schweren Warmblütern incl. Begleithund Racker; Tobias, Marianne und Eva mit dem Freibergergespann aus Gut Piesing incl. Begleithund Butzelmann; Carmen mit ihrem 2-Spänner mit zwei Nachbarmädels mit einem Reitpferd; Familie Reiner und Burkhart mit ihren Haflingern und zuletzt Klaus und Andreas reitend auf Darius und Amy.

Also eine buntgemischte Truppe, die alle mal richtig Urlaub machen wollten. Abends, endlich alle versammelt, incl. kollektivem Sonnenbrand durch 30°C im Schatten wurde erstmal die Duschreihenfolge ausgeknobelt. Nachdem sich alle in Schale geworfen hatten, wurden wir vom Shuttleunternehmen „Sonja und Herrmann“ abgeholt, denn Edith Mauler hatte zu ihrem 66. Geburtstag geladen. Natürlich hatten auch die fast ausnahmslos vollzähligen Marienheimer Jagdhornbläser mit ihrem Leiter Hans etwas für Edith aus ihrem breiten Repertoire einstudiert.

Durch das Bläserprogramm führte Andreas , der zur allgemeinen Auflockerung noch ein paar Witze auf Lager hatte. An dieser Stelle vielen Dank für die Einladung, liebe Edith und bleib so fit, lebenslustig und gesund !

Am nächsten Morgen, alle noch etwas angeschlagen vom Feiern, ließen wir es geruhsam angehen. Nach einem ausreichenden Frühstück für Reiter, Kutscher und Pferde erholten sich erstmal alle von den Urlaubsstrapazen. Die Pferde taten dies auf den Koppeln. Birgit und Goisi, die die Gegend schon öfters erkundet hatten, suchten eine kleine Runde bis zu einer Wirtschaft aus.

Mit etwas Rotwein und Sekt (Erklärung: Getränk, dass in speziellen Mengen zur Tiefentspannung beiträgt…) setzte sich die bunte Truppe in Bewegung.

Nach diesem sehr geruhsamen Tagesausflug sehnten wir uns nur noch nach einem kräftigen Abendbrot. Uns wurde nicht zu viel versprochen: Verschiedenste Salate, zwei unterschiedliche Braten, Knödel und Gemüse. Das Essen war einfach spitze und alle wurden mehr als satt. Der Gastgeber erzählte uns, wie alte Maibaumtraditionen in die Moderne umgesetzt werden. (Das Versteck des geklauten Maibaums aus Natterholz wurde gerade in Facebook gepostet)

Spontan wie unsere Bläser sind, sicherten sie als kleinen Trost eine musikalische Untermalung beim Aufstellen des neuen Exemplars zu. Dies war auf jeden Fall eine Einmaligkeit, die dankbar angenommen wurde. Auch hier zeigte es sich wieder, wie hilfreich das Können eines Trinkliedes ist. („Gluck, gluck, gluck gut war das… mehr davon ist besser..“

Natürlich gab’s auch eine Belohnung in Form eines selbstgebrannten Zwetschgenlikörs für die Bläser.

Nachdem beim nächtlichen Zusammensein sämtliche Sternenkonstellationen incl. den beleuchteten Traktoren am Nachthimmel (bewegende Sterntraktoren, die selbst Burgl nicht auf Anhieb zuordnen konnte) erörtert waren, fielen alle zufrieden in ihre Betten.

Unsere Pferde hatten sich nun schon so aneinander gewöhnt, dass sie gemeinsam auf die Koppel durften.

Für den zweiten Tag stand eine Tour durch ein wunderschönes Albtal auf dem Programm.

Selbst das Durchfahren eines Baches meisterten alle mit Bravour. 

Für die Mittagspause fanden wir einen sehr idyllischen Platz, der zum Durchschnaufen einlud. Tiefe Entspannung machte sich breit. 

Dies konnte auch ein umgefallener Baum über dem Weg nicht mehr ändern. Schnell war eine alternative Geländestrecke gefunden. Auf gut ausgebildete Pferde ist eben doch Verlass !.

Auch am zweiten Abend gab es wieder ein hervorragendes Abendessen. Wir danken der Köchin, die uns so einmalig bekocht hat. Es fehlt uns ! 

Leider war am nächsten Morgen auch schon wieder Abreisetag. Alle traten wieder in die verschiedensten Himmelsrichtungen die Heimreise an. Zu schnell holte uns der Alltag wieder ein. Aber nun kann wieder eine Weile von den wunderschönen und einzigartigen Erlebnissen gezehrt werden !

 

Bilder zur Fahrt finden Sie hier .....


Mitgliederversammlung der Marienheimer Kutscher im März 2012

 

Auf ein sehr aktives und erfolgreiches Jahr blickten jüngst die Marienheimer Kutscher bei ihrer Hauptversammlung zurück. Das betonte Vorsitzender Hermann Nutz und bedankte sich bei den fleißigen Organisatoren, den Ausbilden und bei seinen Vorstandskollegen für die hervorragende Arbeit.

Nach Festlegung der Tagesordnung berichtete der zweite Vorsitzende Burkhard Fischer über ein vielseitiges Jahresprogramm 2011, die Erfolge der Turnierfahrer und eine stetig steigende Zahl von 85 Mitgliedern, die die Marienheimer Kutscher in kurzer Zeit zu einer starken und kompetenten Pferdesport-Gemeinschaft heranwachsen ließen.

Die Aus- und Weiterbildung von Pferd und Pferdesportler und die Förderung des großen Mitgliederpotenzials, besonders der Jugend, stünden dabei im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens und seien Garanten für stetigen Wachstum und Weiterentwicklung.

 

Lob und Anerkennung für die Turnierfahrer

Besondere Anerkennung erhielten die Turnierfahrer Sonja Nutz, Tanja Böck-Murr, Bettina Münch, Gabi und Achim Zimmer und Ramona, die vergangenes Jahr nicht nur sehr erfolgreich waren, sondern von offizieller Seite immer wieder Lob und Anerkennung für ihren ausgezeichneten und pferdeschonenden Fahrstil erhielten. Besonders erfolgreich waren zwei junge Fahrerinnen bei den Regionsmeisterschaften: Tanja Böck-Murr (zweiter Platz Einspänner und dritter Platz Zweispänner) und Bettina Münch (Sieger Einspänner). Zudem belegte Sonja Nutz bei den deutschen Juniorenmeisterschaften Einspänner den fünften Platz in der Dressur, bei den bayerischen Vierspänner-Meisterschaften den dritten Platz in der Dressur und den vierten Platz in der Gesamtplatzierung. Außerdem absolvierte sie am vergangenen Wochenende mit einem hervorragend en Prüfungsergebnis von fünf Mal der Note 1,5 erfolgreich den C-Trainer-Lehrgang in Neu Isenburg. Damit war sie dort nicht nur die einzige weibliche Teilnehmerin, sondern auch die beste und jüngste.

Burkhard Fischer wies anschließend auf die positive Finanzlage des Vereins hin. So fließt 2012 ein Teil der Einnahmen als Zuschüsse an die Mitglieder für Fortbildungen und Turnierstarts zurück. Ebenfalls berichtete er über die neue Vereinskleidung, die angeschafft wurde und gut ankomme. Im vergangenen Vereinsjahr wurde das ‚Marienheimer Kutscherblatt‘l“ ins Leben gerufen, die offizielle Vereinszeitung, die bereits mehrmals an die Mitglieder versandt wurde. Auch für 2012 wurde ein breit gefächertes Jahresprogramm erstellt. Höhepunkt wird ein großes Vereinsfest im September sein. Als Zuschauermagnet soll ein interessantes Schauprogramm organisiert werden.

Mit weiteren kurzweiligen Berichten aus den Fachbereichen Leistungssport (Tanja Böck-Murr), Breitensport (Klaus Kipp) und Jugend (Verena Keller in Vertretung von Sonja Nutz) und den Ehrungen der Turnierfahrer und verdienter Mitglieder fand der offizielle Teil der Versammlung schließlich ein Ende.

 

Bilder zur Jahreshauptversammlung finden Sie hier .....

 

 


Weihnachtsengel und Krippenspiel 2011

 

Die Kinder und Jugendlichen der Marienheimer Kutscher beeindruckten mit einem eigens inszenierten Krippenspiel und die jungen Quadrillereiter - natürlich auf Ponys - kostümiert als Schnee- und Weihnachtsmänner boten den Zuschauern eine eindrucksvolle Darbietung.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Marienheimer Jagdhornbläser. 

Natürlich kam auch noch der Nikolaus, standesgemäß auf einer vierspännig gezogenen Kutsche mit Glockengeläut und bescherte den Kindern Päckchen.

Im Rahmen der Veranstaltung fand auch eine Tombola statt: der Erlös hieraus kommt der Jugendarbeit der Marienheimer Kutscher zugute.

 

Bilder zur Weihnachtsfeier finden Sie hier ....


German Masters in Stuttgart im November 2011

 

Am letzten Wochenende machten sich die Marienheimer Kutscher auf zum Besuch einer der hochkarätigen Turnierveranstaltung des Pferdefahrsports in Deutschland. Die Schleyer Halle in Stuttgart öffnete die Türen für den FEI World Cup Driving und wir waren mitten drin.

Zu sehen gab es Gespannfahren der Spitzenklasse. So konnten die Niederländer Koos der Ronde und Ijsbrand Chardon ihre Führungspositionen in der Hallensaison weiter ausbauen. Auch wenn die deutschen Vierspänner-Fahrer nicht auf dem Treppchen standen, war die Stimmung in der ausverkauften Arena großartig. Dies war auch beim Zweikampf der Springreiter und bei den Dressurprüfungen zu spüren. Denn die erfolgreichsten deutschen Reiterinnen, wie Ulla Salzgeber und Isabell Werth, waren mit von der Partie. Überwältigt von diesen Eindrücken des Profisports ging es am Samstagabend dann weiter nach Mannheim, wo wir den Abend in geselliger Runde bei Gyros und Ouzo ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen, da ein weiteres Highlight schon auf uns wartete. Wir erhielten exklusiv Einlass in die Kutschensammlung von Heinz Scheidel in Mannheim. Und mit dem was es da zu sehen gab, hatte wohl keiner gerechnet. Die private Sammlung des Unternehmers Heinz Scheidel ist einzigartig in der Welt. Und so waren wir begeistert von der Vielzahl und Vielfältigkeit von Kutschen und Fuhrwerken der letzten Jahrhunderte, die es zu bestaunen gab. Unter äußerst fachkundiger Führung von Hans-Werner Hamacher erhielten wir einen tollen Einblick in eine Sammlung, die viele hundert Kutschen und Fuhrwerke umfasst. Überwältigt waren wir vom Engagement und der Passion eines Sammlers, der der Geschichte und der Tradition des Kutsche Fahrens einen solchen Rahmen gegeben hat. Und wir sind uns sicher, dass dies nicht der letzte Besuch gewesen ist.

 

Bilder zum Ausflug finden Sie hier .....


Mit Pferd und Wagen durch den Vorgarten Oberbayerns Oktober 2011

 

So wie es unsere Urgroßväter kannten, haben sich heuer vom 20. bis 25. September die „Marienheimer Kutscher“ auf den Weg gemacht mit 5 zweispännig angespannten Kutschen den Chiemsee auf ruhigen Wegen zu umrunden. Mit von der Partie waren Marianne und Hermann Nutz, Eva Enzmann, Christin und Wolfgang Hermann, Birgit und Hacki Reiner, Edith Maulus und Andreas Lipfert, sowie Gabi und Achim Zimmer. Weiterhin begleiteten uns zeitweise Sonja Nutz, Ursula .... und Burgl Fischer. Nicht zu vergessen unsere 5 köpfige Hundemeute, die den ganzen Tross eskortierten.

Geplant und organisiert wurde diese Tour auf Wald- und Feldwegen sowie Nebenstraßen. Hauptverkehrsstraßen wurden, wenn überhaupt, nur kurz tangiert in der Regel zum überqueren, wobei sich die den Verkehr absichernden Beifahrer bewaffnet mit Kelle und Warnweste sehr bewährt haben. Gefahren wurde in 5 Tagesetappen mit einer Strecke von jeweils rund 35 km/Tag. Zum jeweiligen Etappenziel stand dann ein Pferdebetrieb mit Stallung für die 10 Rösser und ein Gasthof für die ‚müden und durstigen’ Kutscher bereit. 

Am Montag den 19.09.2011 wurden Kutschen und Rösser verladen und bei strömendem Regen nach Aschau transportiert. Dort angekommen lichteten sich langsam die Wolken und die weißen Tatsachen kamen zum Vorschein. Es hatte bedingt durch einen kräftigen Temperatursturz bis auf ca. 900 Meter herunter geschneit. Uns Fahrer kamen die 6° Celsius wahrscheinlich kälter vor als unseren Vierbeinern, die die Nacht auf der Reitanlage bei Frau Wittmann sogar im Paddock verbrachten. Am nächsten Morgen fiel der Startschuss für unsere Chiemsee-Rundfahrt nach Einschätzung der Wetterkapriolen, diversen ’Verzögerungstricks’ wie Schlüsselsuche, Beschaffung von Leih-Leinen mit unwesentlicher Zeitverzögerung am fortgeschrittenen Vormittag. Der Weg führte uns unmittelbar nach Aschau über einen der Kampenwand vorgelagerten Höhenrücken Richtung Bernau. Ein anscheinend etwas von den Kutschen ungewohnt überraschter Landwirt machte unterwegs dann nach besänftigender Diskussion mit Gabi den Weg durch seinen Hof für uns frei. Er hatte unglückseeliger Weise einen Obstbaum am Vormittag umgeschnitten, der uns den Weiterweg versperrte. Allerdings machte er in geschliffener oberbayrischer Grantlermanier seinem Unmut Luft, da wir den gerade befahrenen Waldweg nach seiner Meinung eben nicht hätten befahren sollen, da er frisch aufgekiest wurde. Dank Gabi’s klärendem Diskussionsgeschick und der Herausgabe unserer Adresse konnten wir die Fahrt bei zunehmend sonniger werdendem Wetter durch die Mooslandschaft der Chiemsemöser rund um Bernau bis Grassau fortsetzen, wo uns bereits Hermann beim vereinbarten Gasthof Kirchenwirt erwartete. Nach einer Brotzeitpause führte uns der Weg über den Osterbuchberg zum ersten Etappenziel nach Weidach zum Denk’n, wo unsere Pferde bis auf zwei sogar alle eine Box haben konnten. Wir Kutscher waren hervorragend einquartiert bei der Familie Gehmacher die uns herzlich aufnahm und auch den Personen-mit-Gepäck-Transfer bewerkstelligte. 

Der zweite Tag begleitete uns, garniert mit Traumblicken vom Wendelstein über die Chiemgauer Berge wie Kampenwand, Hochries und Hochfelln, die Berchtesgadener Berge wie das Watzmann-Massiv bis Salzburg, auf der Ostseite des Chiemsees durch eine malerische Voralpenlandschaft. Die Mittagspause wurde dieses Mal kurzerhand umgestaltet in ein Picknick unter den Kastanien bei der Traditionswirtschaft Kraimoos, da der Wirt auf seinen Ruhetag bestand. Der Nachmittag leitete uns über Feld- und Waldwege bis zum Ziel in Hörzing beim Christlmayer-Hof. Die Familie Kiefersbeck empfing uns mit eigens für unsere Pferde hergerichteten Koppelabteilen mit reichlich Grünfutter und hat für uns Kutscher einen Grillabend gestaltet. Gegen Hunger und Durst hat hier der Hausherr und seine Familie alle Register gezogen, so dass wir dank unserer Jagdhornbläser auch unser bestes geben konnten. Nebenbei stellte dies eine Ouvertüre hier auf dem Hof dar.

Am 3. Tag ging die Reise weiter in einem großen Bogen ostwärts bergauf bergab durch den Landkreis Traunstein. Nach dem Passieren einer langen Trabstrecke über eine malerische Waldstraße gefolgt von der steilen Abfahrt von Daxberg erreichten wir unser heutiges Ziel Stein a. d. Traun. Hier fanden wir Stall und Unterkunft zu Füßen der Burg des ehemaligen Raubritters Heinz von Stein. Die Stallungen von Frau Waltrich-Mezzaros hatten für jedes Pferd eine Box parat. Der Brauereigasthof Martini gleich nebenan bot uns nach gutem Essen und Stillen der durstigen Kehlen (wegen des Staubes unterwegs) den Platz für unsere müden Häupter.

Am nächsten Morgen nach dem örtlichen Pressetermin mit dem Lokalblatt dem Trostberger Anzeiger, kamen wir zeitig auf die Achse um erst entlag der Alz in einer malerischen Auenlandschaft wieder größtenteils über Naturwege bis nach Seeon am gleichnamigen See zu gelangen. Hier lud der Alte Wirt, die ehemalige Tafernwirtschaft des Klosters Seeon im schattigen Biergarten zur Rast. Uns gefiel es hier so gut, dass wir erst nach zwei Stunden wieder einspannten. Übrigens, auch unsere Rösser hatten anscheinend Gefallen an den schattigen Bäumen, die einen wie gesagt wegen des Schattens zum dösen, die anderen wegen der Rinde zum nagen. Der Nachmittag führte uns über Pittenhart zu einer einzigartigen Aussichtsanhöhe die den Blick schweifen lies vom Tegernseer Wallberg über den Chiemsee bis zum Salzburger Gaisberg. Die restliche Wegstrecke leitete uns über Schloss Ammerang zu unserem Quartier Gut Kronberg bei Höslwang. Der Tag fand eine harmonische Abrundung durch die zum Teil begeisternd staunenden Golfspieler bei unserer Durchquerung des Golfplatzes Höslwang auf dem offiziellen Feldweg.

Unsere Pferde haben sich nun den folgenden Ruhetag wahrlich verdient und wir nutzten die Gelegenheit mit Verstärkung der Truppe durch Sonja und Burgl auf Herrenchiemse zu fahren. Nach Schlossbesichtung und Brotzeit beim obersten Kutscher der Herreninsel, Helmut Meidert, wurden wir von ihm eingeladen zu einer Kutschenrundfahrt über die gesamte Insel persönlich gefahren von ihm und mit sehr interessanten Erklärungen und Erläuterung garniert zur Geschichte von Herrenchiemsee.

Die letzte Etappe begann mit einer beschaulichen Fahrt durch die Eggstädter Seenplatte bis wir in Höhe von Cafe Toni direkt zum Chiemsee kamen. Entlang der ‚Schafwaschener Bucht’ ging der Weg weiter durch Rimsting, weg vom Trubel durch malerische kleine Ortschaften, dem sog. Salzweg folgend, hinab in die Talsenke der Rohrdorfer Ache mit anschließendem steilen und langem Aufstieg bis nach Söllhuben. Hier beim Hirzinger, einem durch den Bayrischen Rundfunk bekannt gewordenes Bayrisches Gasthaus konnten sich die Pferde im Schatten von der Anstrengung erholen. Nach einer Brotzeit riefen uns die letzten noch ca. 12 Km wieder auf den Weg über Kohlstatt einer steilen Abfahrt folgend wieder hinab zur Rohrdorfer Ache und an dieser entlang bis Achenmühle zur Firma Medi-Globe, wo wir dankenswerter Weise die Pferdehänger deponieren durften. Nach Verladen der Pferde und Kutschen war eine traumhafte Woche leider zu Ende in einer wunderbaren Landschaft, die von unseren Kutschen aus betrachtet bestimmt den einen oder anderen Eindruck vermittelt hat.

Ich möchte mich abschließend bei allen Teilnehmern, den Stallungen und Pensionen beziehungsweise Gasthäusern, die uns alle sehr freundlich und entgegenkommend aufnahmen, die Firma Medi-Globe für die unkomplizierte Bereitstellung des Parkplatzes bedanken für eine tolle Woche mit unseren Rössern.

Die Vorstandschaft und die Teilnehmer möchten sich an dieser Stelle nochmals herzlich bei Gabi und Achim bedanken für ihr Engagement und Begeisterung, diese Fahrt zu organisieren. All die schönen Wege und Landschaften wurden von den beiden per Mountainbike  ausgekundschaftet und alle Stationen persönlich besucht und ausgewählt, was natürlich auch Grundlage für das gute Gelingen der Fahrt war. 

Erwähnenswert auch, dass alle fünf Gespanne gemeinsam, diszipliniert und unfallfrei die ganze Strecke absolviert und die Pferde die knapp 200 km unbeschadet bewältigt haben

 

Bilder zur tollen Chiemsee-Fahrt finden Sie hier .....


Fahrt zur Zweispänner-WM nach Conty, Frankreich, im August 2011

 

Vom 21.8.2011 bis 29.8.2011 fuhren wir – Hacki u. Birgit Reiner, Marianne u. Hermann Nutz, Birgit Englisch und Silvia Geisenberger - nach Frankreich in die Picardie, um sowohl die Zweispänner WM zu besuchen, als auch einige Tage die nähere Umgebung dort zu erkunden. Wir hatten ein Mobilhome gebucht, schön gelegen auf einem Campingplatz in der Nähe von Amiens und ca. 40 km von Conty entfernt, wo die WM stattfinden sollte.

Glücklicherweise sprach die nette junge Dame an der Rezeption englisch, wir wären sonst arg in Nöten gewesen, beschränkte sich unser Wortschatz doch bis dato auf "Bonjour Madame,  Bonsieur Monsieur, Salut,  Au revoir, comme ci comme ça, rien ne va plus, S'il vous plait, merci, Renault, Peugeot, Citroen, u.ä.....". Nicht wirklich brauchbar, um wichtigere Dinge zu klären.

Erstaunlicherweise gelang es uns damit aber - sogar ohne besonders unangenehm aufzufallen - bis nach Paris zu kommen, eine Stadtrundfahrt in den Doppeldeckerbussen der "L’Open Tours" zu buchen und einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der schönen Stadt vom Bus aus zu sehen. Von der Opera Garnier zum Place de la Concorde, an der Champs Elysees entlang bis zum Arc de Triomphe, von da zum Place du Trocadero, von dem man schon den schönsten Blick auf den Eiffelturm hatte, um den gleich einmal rundherum, schließlich vorbei am Musée de l’Armée, dort über die lange Brücke „Pont Alexandre III“, die an beiden Enden mit Säulen - gekrönt von wunderschönen goldenen Pegasus Figuren – begrenzt wird, zum Grand Palais. Vorbei am Musée d’Orsay, am Palais de Justice und an der Notre Dame, weiter zum Louvre.  Auch das Rotlichtviertel rund um das Moulin Rouge wurde nicht ausgelassen. Wir konnten natürlich nicht alles sehen, aber insgesamt doch einen guten Gesamteindruck von Paris mitnehmen.

Einen Tag lang fuhren wir dann nordwestlich Richtung Küste und besuchten den Fischerort Saint Valery sur Somme, malerisch gelegen an der Mündung der Somme. Die Baie de Somme gilt als eine der schönsten Buchten der Welt. Weite Teile davon wurden sogar zum Naturschutzgebiet erklärt, das vielen seltenen Tieren, Pflanzen und Vogelarten Lebensraum bietet. Die Seehundkolonie, die dort ab und an zu beobachten sein sollte, hat sich für uns allerdings nicht blicken lassen.

Nach unserem Stadtrundgang machten wir Rast in einem Cafe und bestellten - nach einem Blick in den Sprachführer und entsprechend stolz auf unsre neu erworbenen Französischkenntnisse - einen café crème, einen einen café au lait, einen grand café - um am Ende festzustellen, dass wir alle exakt den gleichen Kaffee vorgesetzt bekamen..........naja: „allé stupides, continuer à pratiquer!“ Dumm gelaufen, weiter üben!

Im Anschluss daran fuhren wir an den Strand bei Le Hourdel. Ein bisschen nieselig war es, die Sonne ließ sich auch nicht blicken, aber es herrschte gerade Ebbe und wir konnten kilometerlang am menschenleeren Strand entlang spazieren. Schnell nichts wie runter mit Socken und Schuhen und mit nackten Füßen rein in den weichen Sand, der durchzogen war von lauwarmen Pfützchen, die das Meer zurückgelassen hatte. Eine wunderbare Fußmassage, die uns später prickelnd warme Füße bescherte.

Unsere Tour führte uns weiter an die Steilküste bei Ault. Die mächtigen Kreidefelsen waren schon sehr beeindruckend und hier und da war zu sehen, dass sich das Meer immer mal wieder einen Teil der Küste zurückerobert.

Die ganze Woche über führte uns unser Weg auch immer mal wieder nach Amiens, der Hauptstadt der Picardie. Dort steht u.a. die größte Kathedrale Frankreichs, die Notre Dame d’Amiens. In die warfen wir natürlich auch mal einen neugierigen Blick, spekulierten darüber was die ganzen Figuren und Statuen – insbesondere einer ganz bestimmten - rund um die Hauptportale der Kathedrale wohl aussagen sollten………. Ebenso besuchten wir - auf massiven Druck eines Sechstels unsrer Truppe - das Musée de Picardie, wo wir einige Bildungslücken schließen und uns einen geschichtlichen sowie kulturellen Einblick mitnehmen sollten, aber anhand der  - wer hätte das gedacht? - ausschließlich auf französisch geschriebenen Täfelchen kapitulieren mussten.

Wir buchten auch eine Bootsfahrt in die schwimmenden Gärten Amiens, die Hortillonnages. Von den Kanälen der Somme durchzogen liegt dieses Obst- und Gemüseanbaugebiet auf 300 ha Gesamtfläche. Die Gesamtlänge der schmalen Wassersträßchen beträgt ca. 55 km und kann nur mit den traditionellen Flachbooten erkundet werden. Eine sehr schöne Ruheoase mitten in der Stadt. Sogar eine Wasserschlange konnten wir dort fotografieren.

Abends saßen wir schon mal im superschönen Altstadtviertel Amiens, in „Saint Leu“ am Kanal und ließen uns einige „Amuse-gueule“ schmecken und den Tag geruhsam ausklingen.

Als wir am Mittwoch spätnachmittags unsre Tour zügist beendeten um nur ja rechtzeitig zur Auftaktveranstaltung der Weltmeisterschaften in Conty zu sein, staunten wir nicht schlecht als wir erwartungsfroh in Richtung Stadion marschierten, dort aber keinerlei Vorbereitungsaktivitäten feststellen konnten. Wir schlenderten etwas verwundert weiter zum Abfahrplatz und auch da - gelinde gesagt: Nix war’s mit schön herausgeputzten Gespannen im Eröffnungsfieber o.ä……

Wir versuchten unser Glück im kleineren Dressurviereck, etwas abseits vom Hauptgelände, nahmen Platz auf der Tribüne und harrten der Dinge die da kamen. Nun ja, letztendlich war es wohl so eine Art Reiterprüfung auf den schweren Percherons. Die hartgesottenen ReiterInnen versuchten sich in einer Kür auf ihren „chevaux lourds – den schweren Pferden“, was von mehr oder – sagen wir mal - eher weniger Erfolg gekrönt war. Beim erneuten Versuch, mittels Sprachführer das französischsprachige Programm zu übersetzen, kamen wir darauf, dass die Eröffnungsfeier wohl schon am Nachmittag stattgefunden hatte und wir eher beim abendlichen Unterhaltungsprogramm am Rande der Veranstaltung gelandet waren…...Ja, wer einige Brocken französisch gekonnt hätte, wäre da wieder mal klar im Vorteil gewesen!

So endete unser erster Besuch auf dem WM Gelände dann doch etwas früher, wir fuhren zurück in unser gemütliches Mobilhome und verzockten den Abend mit einigen Runden Rommé, tranken lecker Aldi Nord (!!!) Kanisterwein und französisches Bier. Gekrönt wurde unser Abend noch durch eine – wohl eher nicht für breites Publikum gedachte – Ein-Mann-Peepshow im benachbarten Mobilhome. Brüllendes Gelächter auf unsrer Terrasse und Auszug der Bewohner des beobachteten Mobilhomes am folgenden Morgen…….

Am nächsten Tag ging es aber ernsthaft los. Die Dressurprüfungen begannen und steigerten sich bis zur absolut grandiosen Fahrt unsrer künftigen Weltmeisterin Carola Diener, die auch am nächsten Dressur-Tag nicht mehr getoppt werden konnte.

Es war Gänsehautfeeling pur und Goldmedaille in der Dressur!

Am Samstag spielte das Wetter nicht mehr so recht mit, es regnete mit kurzen Unterbrechungen immer wieder, der Boden weichte zunehmend auf und wurde zur Matschpiste. Gut, wer Regenjacke und Schirm dabei hatte, was bei unsrer Truppe nicht zwingend bei jedem der Fall war……..

Für Carola Diener reichte es noch für den 12. Platz im Gelände und auch beim Kegelfahren am Sonntag fuhr sie souverän und nervenstark und sicherte unserem deutschen Team die Silbermedaille.

Die Ergebnisse der Einzelwertung:

Gold:     Carola Diener (Lähden);                   125,78 (Dressur 35,58/Marathon 88,26/Hindernis 1,94)

Silber:   Stephane Chouzenoux (FRA);           129,06 (Dressur 44,29/Marathon 84,77/Hindernis 0)

Bronze: Tom Engbers (NED);                          130,97 (Dressur 49,28/Marathon 78,69/Hindernis 3,00)

Weitere Platzierungen der deutschen Fahrer:

6.   Sebastian Warneck (Nunsdorf);   139,16 (48,51/89,18/1,47)

17. Reinhard Burgraf (Geretsried);     151,81 (52,48/89,64/9,69)

18. Anna Sandmann (Lähden);           152,35 (44,93/97,48/9,94)

Ergebnisse der Mannschaftswertung:

Gold:     Niederlande;  261,6

Silber:  Deutschland;  264,9 

Bronze: Frankreich;     271,4

Besonders zu erwähnen ist wohl auch die erst 15-jährige Anna Sandmann (Lähden), die als deutsche Einzelfahrerin startete und ihr WM-Debüt in dem 69-köpfigen internationalen Starterfeld auf dem 18. Platz beendete. (Dressur sogar Platz 8!)

Resumé: Wir haben eine sehr schöne, harmonische Woche in Frankreich verbracht, viel Schönes gesehen und erlebt, auch von Seiten der Einheimischen. Wir erlebten das typische „Laissez-faire“ der Franzosen als ausgesprochen angenehm und entspannt.  Man wird dort - ob man will oder nicht – stets etwas verlangsamt und das tut einfach mal gut. Auch auf dem WM Gelände wurde alles relativ locker gehandhabt. Man war immer mittendrin, die Wege waren kurz und es hatte mehr das Flair eines mittelständischen Turniers. 

Fakt ist, man bekommt Lust auf MEHR…..und Frankreich kommt auf die künftige „To-do-Liste“!

 

Bilder dazu finden Sie hier .....


Wanderfahrt Ostern 2011 nach Altentrüdingen

 

Unsre diesjährige Wanderfahrt ging mal ganz anders: 

Wir fuhren mit Pferden und Kutsche im Schlepptau erst mal motorisiert auf den Ferienhof der Familie Oberhauser nach Altentrüdingen. Die Zweibeiner, ca. die Hälfte davon mit alters-, sturz- oder krankheitsbedingten körperlichen Einschränkungen, bewohnten die beiden Ferienwohnungen des denkmalgeschützten, sehr schön restaurierten Bauernhauses, die Vierbeiner wahlweise Box, Paddock oder Koppel.

Von dem abgesehen, dass fast mehr Hunde wie Pferde mit dabei waren, die Hausherrin sich beim Verköstigen der Bande mehr als einmal fast Kopf und Kragen brach, wenn sie mit vollen Töpfen und Schüsseln beladen wieder mal über einen der putzigen Hausgenossen stolperte, so waren auch die Maximalbelastungsgrenzen der Kutschen ziemlich ausgereizt. Es mussten nämlich dieses mal auch relativ viele Passagiere und zu der allernotwendigsten Überlebensausrüstung auf den Kutschen – wie Kutschenwein und Kutschenbier in absolut handelsüblichen Gebinden von ca. 3-4 Litern – auch noch ein Reisebett für die Invaliden der Fahrt mitgenommen werden.

Nachdem also die Vorhut der Wanderfahrer am Donnerstag nach einer ausgiebigen – aber nicht so ganz geplanten – Sightseeingtour angereist war, begrüßte man am Abend noch den Rest der Truppe.

Die Zimmerplanung war zu diesem Zeitpunkt auch schon abgeschlossen und das beste Zimmer bekam die Außenstelle Nord mit der Auflage, dafür bis spätestens Januar des nächsten Jahres ein „Vereinsbaby“ vorzuweisen. Für die ethische Gesinnung, die Erziehung, Ernährung, Pflege und das allgemeine Wohlergehen des neuen Erdenbürgers und künftigen Vereinsmitglieds, garantierten die Anwesenden und versprachen, jederzeit mit guten Ratschlägen zur Seite zu stehen. Bei einem sehr guten, ausgiebigen Abendessen öffnete man schon mal die eine oder andere Flasche Wein oder Bier und beratschlagte bis in die frühen Morgenstunden die nötigsten Dinge des Lebens.

Am nächsten Tag ging die Reise, nach Ankunft eines weiteren körperlich geschädigten Passagiers, durch die herrliche Landschaft rund um den Hesselberg in Mittelfranken.

Zwischendurch musste ein Zwangspäuschen zum Umspannen eingelegt werden, weil man festgestellt hatte, dass ein Pferd die vollbesetzte Einspännerkutsche tatsächlich nicht 21 km mit angezogener Handbremse ziehen kann, sondern nach ca. 1 Stunde schon nass geschwitzt das Handtuch schmiss, einfach stehen blieb und die Arbeit verweigerte…… so wurde also kurzerhand das Reitpferd eingespannt und weiter gings.

An einem kleinen See wurde mit einem schönen Brunch in freier Natur ausgiebigst Rast gemacht. Die invaliden Mitreisenden teilten sich brüderlich das Reisebett zur Mittagsruhe, nur ab und zu wurde von den klitschnassen – weil im See badenden – Hunden kontrolliert, ob die Ruhenden auch wirklich wasserfest waren, indem sich neben dem Bette fleißig geschüttelt wurde, so dass die Wassertropfen nur so flogen und die Schlafenden quiekend aufwachten und von dem Reisebett sprangen. Worauf dieses in Windeseile von den Schnellsten wieder besetzt wurde.

Die Pferde waren ausgespannt, mit den Stricken an Bäume gebunden und konnten ein wenig grasen. Beim Einspannen zur Rückfahrt und dem von jetzt ab steten Ruf: „Bremsen lösen, das gilt auch für die Einspännerfahrer!“ fuhr der Konvoi wieder weiter und machte später noch Rast für ein kurzes Kaffeepäuschen am Dennenloher Schloss.

Abends zurückgekommen, wurde von der Hausherrin ein absolut karfreitagstaugliches, superleckeres Fischgericht serviert und dieser Abend ging dann doch schon mal etwas früher zu Ende. Die Reisenden waren müde ob der vielen frischen Luft, dem anstrengenden Sitzen auf den Kutschen, dem Vertilgen des Reiseproviants, dem Kampf um den besten Schlafplatz und dem Verköstigen des Kutschenweines.

Vor allem die Außenstelle Nord hatte ja einen Auftrag zu erledigen, wozu man sie auch stets ermunterte und versprach, ganz leise zu sein und nur ganz ausnahmsweise und nur zu allgemeinen Überprüfungszwecken an der Schlafzimmertür zu lauschen.

Am Samstag fuhr man – nach Ankunft weiterer, ausnahmsweise mal völlig ungeschädigter gesunder Passagiere - gemeinsam zum wunderschönen Dennenloher See. Auch dort wurden die Pferde ausgespannt, im Schatten einiger Bäume angebunden und man saß am Kiosk bei Currywurst mit Pommes, Eis am Stiel, Kaffee oder Bier. Wobei auch hier wieder brüderlich und schwesterlich – allerdings mehr oder weniger freiwillig - Speis und Trank geteilt wurden. Hinzu kam hier noch Edith aus Niederschönenfeld, in Gesellschaft ihrer beiden Doggen. Edith, zur Zeit leider ebenfalls leicht invalid und deshalb sehr gut zu unsrer Truppe passend, hatte uns bei der Zwischenstation auf ihrem Hof während der Wanderfahrten der letzten beiden Jahre, immer aufs Beste bewirtet und es war schön, sie hier begrüßen zu dürfen.

Nach ausgedehnter Mittagsruhe mit diversen Balgereien der nichtinvaliden Wanderfahrer um das heißbegehrte Reisebett, gut gemeinten und äußerst gesellschaftstauglichen – aber leider vehement von der Besitzerin abgelehnten – Vorschlägen für z.B. Butzelmannweitwürfe in den See, packte man wieder zusammen, spannte ein und fuhr gemächlich zurück zum Ferienhof Oberhauser. Dort saß man am Abend wieder bei Essen und Trinken fröhlich zusammen.

Am letzten Tag war die Gruppe schon auf ein „Grüppchen“ zusammengeschrumpft, weil einige Mitfahrer schon frühzeitig abreisen mussten und so machte man abschließend noch eine etwas kleinere Tour durch die schöne Landschaft, kehrte zum Hof zurück um die Pferde und Kutschen zu verladen und verabschiedete sich von den netten Gastgebern, Christian und Waltraud Oberhauser.

Ausklingen ließ man die Osterwanderfahrt noch gemütlich bei einem Zusammensitzen unter der Kastanie des Kutscherhofes Marienheim.

Resümee: Es war wieder eine rundum gelungene Wanderfahrt bei sehr netten und hilfsbereiten Gastgebern, in sehr gepflegten und gut ausgestatteten Ferienwohnungen. Das alles in wunderschöner Umgebung und die gesamte Truppe war sehr harmonisch im Umgang miteinander und es hat einfach wieder einen Riesenspaß gemacht!

 

Bilder zur Fahrt finden Sie hier .....


Begeisterte Wanderfahrer und Wanderreiter 2010

 

Auch in diesem Jahr waren wir wieder einige Tage auf Wanderfahrt/Ritt unterwegs. Wir zogen,   - wie schon in den vergangen drei Jahren – mit einigen  Kutschen und Reitern vom Kutscherhof aus in Richtung Westen zum Herrlehof der Familie Lichti in Ellgau. Das Ziel liegt ca. 45 km westlich entfernt, wir fahren Richtung Rain am Lech und machen wie jedes Jahr Rast bei der Hin- und Rückfahrt bei unserer Freundin und Friesenfahrerin Edith Mauler in  Niederschönenfeld, die uns immer herzlich  empfängt und  mit allerlei kulinarischen Schmankerln verwöhnt. Bei der Weiterfahrt lässt sie es sich nicht nehmen, uns ein Stück mit ihrem tollen Friesengespann zu begleiten.

Bei Rain am Lech überqueren wir den Lech auf der viel befahrenen B 16 und ziehen dann in den idyllischen Lechauen entlang südlich zum Herrlehof, wo wir bei Familie Lichti wie immer bestens unterkommen und versorgt werden. Dort treffen wir weitere Bekannte Birgit und Silvia, die mit ihrem Gespann zu uns gestoßen sind.   Vom Herrlehof aus unternehmen wir Tagesausflüge, so z.B. dieses Jahr u.a. zu unserer Vereinskollegin Tina Boche auf die Burg in Markt, wo wir bei herrlichem Wetter eine wunderschöne Rast machen.

Tina Boche ist bekannt für ihren Haflingerviererzug, den sie gebisslos bestens und sicher fährt und uns auf unserer Tour auch ein Stück begleitet. Tina ist auch eine begeisterte Malerin und hat übrigens unser schönes Vereinslogo entworfen.

Die Abende auf Gut Herrlehof sind meist lang und anstrengend, müssen doch nächtens viele Dinge bei Rotwein besprochen und auch ‚Feuerwehrübungen’ unter Anleitung von Burgl durchgeführt werden. Wenn uns unser Bekannter Hannes mit seiner Gitarre besucht, wird abendfüllend gesungen und Lieder und Texte gedichtet über lustige Begebenheiten, die uns noch lange zum schmunzeln bringen.

Irgendwann sind dann die Tage vorbei und es geht wieder nach Hause. Ruhig und wehmütig ist die Stimmung meist bei der Heimfahrt, war doch  die schöne Zeit so schnell vorbei , und müde ist man auch, so eine Wanderfahrt/Ritt kann ganz schön anstrengend sein  und die Nächte noch dazu.

Im nächsten Jahr zu Ostern geht’s woanders hin. Nämlich in Richtung Hesselberg, zur Familie Oberhauser nach Altentrüdingen , mal dort die Gegend unsicher machen!

Und im September werden wir in 5 Tagen den Chiemsee umrunden und wenn es möglich ist, an einem Tag unseren Freund Helmut Meidert auf der Insel Herrenchiemssee besuchen.

 

Bilder zur Fahrt finden Sie hier .....

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